Ärzte Zeitung, 24.10.2011

Kommentar

Länder auf der Überholspur

Von Sunna Gieseke

Die Ideen der unionsgeführten Länder zur Pflegereform sind zwar nicht originell, aber sie sind konkret: Unter dem Konzept-Leitsatz soziale Gerechtigkeit soll keiner zu kurz kommen, jeder der einzahlt soll auch die Leistungen erhalten, die ihm zustehen.

Für eine rasche Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und der Stärkung der häuslichen Pflege sehen die Länder sogar finanzielle Spielräume. Grob haben sie das sogar schon mal durchgerechnet.

Inzwischen haben fast alle ihre eigenen Pläne zur Pflegereform vorgelegt: Die jungen Unionspolitiker, die Fraktionen von SPD, Linke und Grünen. Alle wollen offenbar vorbereitet sein, wenn die schon lange angekündigten Eckpunkte der schwarz-gelben Koalition vorgelegt werden.

Doch wo bleiben die Pläne der Bundesregierung? Die Länder haben recht, wenn sie darauf hinweisen, dass es einen parteiübergreifenden Konsens gibt, dass ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff rasch umgesetzt werden muss. Die Regierung allerdings schweigt dazu.

Währenddessen müssen die Betroffenen weiterhin auf Verbesserungen ihrer Situation warten und dabei zusehen, wie die Koalition die Pflegereform vor sich her schiebt und, statt zu handeln, lieber über Steuern streitet.

Lesen Sie dazu auch:
Pflege: Unions-Länder wollen Kinderlose rannehmen

Topics
Schlagworte
Pflege (5323)
Personen
Sunna Gieseke (427)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »