Ärzte Zeitung online, 09.03.2017
 

Kommentar

Richtige Entscheidung

Von Christiane Badenberg

Die Einführung von Personaluntergrenzen für pflegeintensive Klinikabteilungen und den Nachtdienst ist sinnvoll, wird aber noch viele Schwierigkeiten mit sich bringen. Das lässt sich aus den Reaktionen ableiten, die nach der Entscheidung von Gesundheitsministerium, Koalitionsfraktionen und Bundesländern veröffentlicht wurden.

Die Resonanz der Akteure, die im Krankenhaus arbeiten, ist dabei durchweg positiv. Gewarnt wird allerdings schon jetzt davor, nicht Planstellen einfach in die besonders kritischen Bereiche umzuverteilen.

Zwar argumentiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft, in den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Pflegekräfte um neun Prozent gestiegen und eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI findet keinen Anstieg der Belastung des Pflegepersonals zwischen 2002 und 2014 und kann auch keine schlechtere Versorgung der Patienten feststellen.

Fakt ist aber, dass Pflegekräfte glaubhaft seit vielen Jahren über steigende Belastungen klagen und in den Gesundheitsberufen ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand herrscht. Wie genau die Einführung der Untergrenzen angesichts der bereits jetzt bis zu 10 000 unbesetzten Stellen aussehen soll, wird eine der spannendsten gesundheitspolitischen Fragen des kommenden Jahres werden.

Lesen Sie dazu auch:
Trotz Mangel an Fachkräften: Keine Qualitätseinbußen in der Pflege

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