Ärzte Zeitung online, 27.10.2017

Pflegereport

Hilfe muss man auch annehmen!

Kommentar von Julia Frisch

Die Mehrheit, genauer zwei Drittel der Demenzkranken hierzulande werden von Angehörigen zuhause versorgt. Mit seiner extrem hohen Familienpflegequote hänge Deutschland nicht nur die skandinavischen Länder ab, sondern sogar auch Italien, hieß es bei der Vorstellung des DAK-Pflegereports, der dieses Jahr vor allem die Situation Demenzkranker und ihrer Angehöriger in den Blick nimmt.

Der Bericht zeigt: Bei dem Bemühen, den dementen Eltern, Partnern oder Geschwistern ein würdevolles Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, arbeiten sich die Angehörigen schlichtweg auf. Doch Hilfe von professioneller Pflege, etwa die Nachtpflege, wird erstaunlicherweise wenig in Anspruch genommen – nur von 30 Prozent der häuslich versorgten Pflegebedürftigen.

Mehr Beratungen und Hilfe bei Leistungsinanspruchnahme sind offenbar nötig, hier scheint noch vieles im Argen zu liegen. Aber die DAK hat sicher auch damit recht, dass ein Kulturwandel einsetzen muss: So lange die Familie glaubt, dass sie die Pflege allein stemmen muss, verkümmern jegliche ambulante Angebote.

Lesen Sie dazu auch:
Demenz: DAK will spezielle Pflegezentren

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Was wissen Krankenkassen vom Alltag pflegender Angehöriger?
Bei allem Respekt vor teuer bezahlten Studien, den Pflegealltag von Angehörigen spiegeln diese Schriftstücke nicht wieder.
Wenn Angebot und Nachfrage nicht übereinstimmen sollte die Schuld nicht in erster Linie beim Kunden, beim Angehörigen des Versicherten gesucht werden. Vielleicht entsprechen ja die Angebote von Krankenkassen nicht den Bedarfen von Angehörigen ? zum Beitrag »
[27.10.2017, 10:40:58]
Marko Frankowsky 
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Die Frage ist doch warum Angehörige wenig externe Hilfe in Anspruch nehmen. Ein Grund ist sicher daß Krankenkassen zwar schöne Flyer verteilen, aber Rechnungen beispielsweise für Alltagsunterstützungen teilweise erst nach Monaten erstatten. Und die vorgeschlagenen Gründe sind seit Jahren die gleichen. Kollegen in Urlaub oder Krank. So kann sich mancher der Hilfe benötigt, oder der Leistungen erbringt, an dieser Praxis der Krankenkassen scheitern.  zum Beitrag »

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