Ärzte Zeitung online, 11.09.2018

Pflegeprognose

360°-Blick in der Pflege

Kommentar von Wolfgang  van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Das Thema Pflege kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die neue Hiobsbotschaft: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis zum Jahr 2035 bei knapp vier Millionen Personen liegen. Das sind Berechnungen, die das Institut der deutschen Wirtschaft vorgestellt hat. Setzt man diese ins Verhältnis zur Zahl der benötigten Pflegekräfte, müsste deren Zahl um 44 Prozent auf eine halbe Million steigen.

Damit wird immer klarer, dass das prognostizierte Szenario nicht alleine durch neue Fachkräfte zu stemmen sein wird. Auch wenn die Ausbildungszahlen zum Altenpfleger mit 68.000 im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht haben. Betreuung im familiären Umfeld wird zur eigentlichen Herausforderung. Die Techniker Krankenkasse hat dazu ebenfalls aktuelle Zahlen präsentiert. 86 Prozent sind bereit, mehrere Stunden in der Woche ihre nahen Angehörigen zu pflegen, selbst, wenn sie dadurch in ihrem Beruf kürzer treten müssten.

Dieses Potenzial ist also längst noch nicht erschöpft. Und warum ist das so? Weil Pflegeauszeiten trotz gesetzlicher Nachbesserungen noch immer mit hohem individuellen Risiko verbunden sind. Und das muss sich ändern. Nur den Fokus auf Pflegekräfte zu legen greift zu kurz. Es braucht endlich einen 360°-Blick in der Pflege.

Lesen Sie dazu auch:
Fachkräftemangel: Auf der Suche nach einer Lösung für die Pflege-Lücke

Topics
Schlagworte
Pflege (5331)
Organisationen
TK (2490)
Personen
Wolfgang Van Den Bergh (583)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »