Ärzte Zeitung online, 15.01.2019

NRW-Pflegeprojekt

Viele junge Flüchtlinge brechen Pflege-Ausbildung ab

Von 25 Flüchtlingen, die an einem Pflegeprojekt teilgenommen haben, sind nur acht noch im Rennen.

KÖLN. Jungen Flüchtlingen die Integration in Deutschland erleichtern, ihnen eine berufliche Perspektive bieten und gleichzeitig auf dem angespannten Arbeitsmarkt neue Pflegekräfte finden – das war die Grundidee eines Förderprogramms, das die Uniklinik Essen, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das Jobcenter Essen und der Arbeitslosenhilfe Neue Arbeit der Diakonie Essen vor zwei Jahren gestartet haben.

Jetzt haben die Initiatoren eine erste Zwischenbilanz gezogen. Fünf Flüchtlinge haben einen Intensiv-Sprachkurs absolviert und vor acht Monaten eine Berufsausbildung im Pflegebereich begonnen. Eine weitere Teilnehmerin hat die Anerkennung ihres ausländischen Pflegeabschlusses bekommen. Zwei weitere warten noch auf diese Anerkennung.

Viele Gründe für hohe Abbruchquote

Ursprünglich hatten 25 junge Geflüchtete vor allem aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Eritrea an dem Projekt teilgenommen. Sie absolvierten zunächst eine sprachliche Schulung, um sich auf eine Ausbildung im Pflegebereich vorzubereiten. Inhalte dieser Schulung waren das Erlernen der deutschen Sprache, interkulturelles und soziales Lernen, Stärkung der psychischen Stabilität und Hospitationen im Krankenhaus.

Dass so viele Teilnehmer abgebrochen haben, erklärt ein Sprecher der Uniklinik mit unterschiedlichen sozialen Konstellationen bei den Geflüchteten. „Einige sind wieder zurück in ihre Heimatländer gegangen, andere haben aus familiären und finanziellen Gründen nicht durchgehalten und wieder andere haben gemerkt, dass der Beruf nichts für sie ist“, erläutert er.

Dennoch werten die Initiatoren die Ergebnisse des Projekts positiv. Aus diesem Grund wollen sie das Förderprogramm erweitern und künftig auch für Migranten öffnen, die schon länger in Deutschland sind. „Sie haben künftig die Möglichkeit, neben der klassischen dreijährigen Ausbildung zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger auch eine verkürzte einjährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer zu absolvieren“, sagt der Sprecher.

Die Universitätsklinik habe bereits mehrere Anfragen für dieses Folgeprojekt. (acg)

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