Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung, 12.10.2012

NRW

Neue Wege für die Suchtprävention

Nordrhein-Westfalen will verstärkt gegen Sucht vorgehen. Eine neue Gemeinschaftsinitiative bezieht auch Ärzte, Psychotherapeuten, KVen und Kammern mit ein.

NRW will Suchtprävention strategisch neu ausrichten

NRW-Ministerin Steffens: Alltagsrealitäten stärker in den Blick nehmen.

© Victoria Bonn-Meuser / dpa

KÖLN (iss). Nordrhein-Westfalen verstärkt die Anstrengungen in der Suchtbekämpfung. Die rot-grüne Landesregierung hat ein Landeskonzept gegen Sucht beschlossen.

Im Mittelpunkt des auf fünf Jahre angelegten Konzepts stehen die Intensivierung der alters- und zielgruppenspezifischen Suchtprävention und der Auf- und Ausbau eines differenzierten Hilfeangebots.

Die Drogen- und Suchtstrategie müsse neu ausgerichtet werden, um auf Veränderungen mit neuen Suchtformen und Konsummustern sowie den demografischen Wandel reagieren zu können, sagt Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

"Wir müssen die Alltagsrealitäten stärker in den Blick nehmen und uns an den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen in ihrem Lebensumfeld orientieren, um erfolgreich zu sein."

Es sei wichtig, Schwellenängste aufgrund sozialer oder kultureller Herkunft, Geschlecht oder Alter abzubauen, sagt die Ministerin. "Es geht darum, den Zugang zu notwendigen Hilfen zu erleichtern, Selbsthilfepotenziale zu stärken und die soziale und berufliche Reintegration zu fördern."

Nachholbedarf sieht Steffens bei der geschlechterspezifischen Ausrichtung der Angebote. Das Landeskonzept gegen Sucht ist als Gemeinschaftsinitiative aller angelegt, die im Suchtbereich Verantwortung tragen.

Das Ministerium hat zur Umsetzung einen Beirat eingerichtet, in dem unter anderem die Ärzte- und Psychotherapeutenkammern, die KVen und die Krankenkassen vertreten sind. Ein Aktionsplan gegen Sucht, der zurzeit erarbeitet wird, wird Ziele, Maßnahmen und Umsetzungsschritte konkretisieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »