Ärzte Zeitung online, 13.06.2017

HPV-Tests

Virologen fordern Evaluation

FREIBURG. Die Gesellschaft für Virologie hat den Gemeinsamen Bundesausschuss aufgefordert, für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs nur solche Tests zuzulassen, deren Nutzen und Sicherheit durch klinische Studien belegt sind. Neben dem sogenannten Pap-Test, der seit 1971 im Rahmen der von den Kassen erstatteten Früherkennungsuntersuchungen bei Frauen über 20 Jahren eingesetzt wird, existieren inzwischen mehr als 150 Testverfahren zum Nachweis von HPV.

"Viele dieser Tests sind gar nicht klinisch evaluiert, um bei einem positiven Testergebnis zuverlässig ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung oder eine Vorstufe anzuzeigen", kritisiert der Virologe Professor Thomas Iftner von der Uniklinik Tübingen. Tests, die auf maximale Sensitivität ausgerichtet seien, erzeugten eine hohe Rate an Fehlalarmen und produzierten hohe Folgekosten. Ursächlich dafür ist, dass in Europa eine CE-Kennzeichnung ausreicht. (HL)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »