Ärzte Zeitung online, 27.06.2017

Onkologie

"Roadmap" im Kampf gegen Darmkrebs

Onkologen haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen Darmkrebs eliminieren. Dabei insbesondere gefragt: Hausärzte.

HEIDELBERG. Hausärzte müssen stärker für das Thema Darmkrebs sensibilisiert werden, um erste Anzeichen sicher deuten zu können. Das sagte Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung und Präsidentin des Netzwerks gegen Darmkrebs, bei der Pressekonferenz zum Auftakt des dritten internationalen Workshops "Innovations in Oncology" in Heidelberg.

"Wenn ein 20- oder 30-Jähriger mit Blut im Stuhl zu seinem Hausarzt kommt, denkt der nicht sofort an Darmkrebs", so Maar, "sondern eher an Hämorrhoiden." So vergehe bis zur Diagnose oft wertvolle Zeit.

Vorbildhaft könnte laut Maar das bayerische Projekt FARKOR (Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom) sein, das mit Mitteln aus dem Innovationsfonds gefördert wird. Teilnehmende Hausärzte verpflichten sich, bei allen Patienten ab 25 Jahren eine Familienanamnese zu erheben. Dafür werden sie mit Unterstützung der KV Bayerns in einer Online-Fortbildung geschult.

Das Netzwerk gegen Darmkrebs veranstaltet die zweitägige Tagung in Heidelberg gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Felix Burda Stiftung.

Erstellung einer Roadmap als Ziel

Ziel der diesjährigen Veranstaltung ist es, eine "Roadmap" zu erstellen, um Darmkrebs langfristig ganz zu eliminieren, sagte Professor Christof von Kalle, Geschäftsführender Direktor am NCT. Langfristiger Plan: die Zahl der Darmkrebstoten gegen Null zu bringen.

Dafür braucht es einen genauen Fahrplan, neudeutsch "Roadmap". Darin sollen die einzelnen Schritte festgehalten werden, die notwendig sind. "Welche Maßnahmen müssen wir umsetzen, wer ist dafür zuständig – und wie lautet der Zeitplan?", zählt von Kalle Fragen auf. "An welchen Problemen scheitern wir bislang? Gibt es neue Technologien? Und wenn nein, was muss noch erfunden werden?" (aze)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Epileptiker haben hohe Überdosisgefahr

Die Gefahr, an einer Medikamentenüberdosis zu sterben, ist bei Epilepsiekranken fünffach erhöht, so eine Studie. Doch es ist anders, als auf den ersten Blick gedacht: Schuld sind meist nicht die Antikonvulsiva. mehr »

Zehntausende Arztpraxen nicht ohne Barrieren zu erreichen

Nur ein Drittel der Arztpraxen in Deutschland gelten – auch nur zum Teil – als barrierefrei. Das schränke die freie Arztwahl körperlich beeinträchtigter Menschen ein, moniert die Linke-Sozialexpertin Sabine Zimmermann. mehr »

Nichtstun ist gefährlich für Patientendaten

Nur noch wenige Tage, dann tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Grund genug auch für Ärzte, sich die Prozesse der Datenverarbeitung anzuschauen und auf Sicherheit abzuklopfen. mehr »