Ärzte Zeitung, 18.08.2016

Arzneimitteltherapie

Kabinett berät neuen Aktionsplan

BERLIN. Die Bundesregierung will die Arzneimitteltherapie weiter sicherer machen. Dazu hat das Kabinett am Mittwoch den Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit beraten. Der Plan umfasst 42 Maßnahmen, die bis 2019 umgesetzt werden sollen.

Themenschwerpunkte sind unter anderem:

Sensibilisierung für vermeidbare Risiken in der Arzneimitteltherapie,

Verbesserung der Informationen über Arzneimittel,

Dokumentation der Arzneimitteltherapie und Messung der Arzneimitteltherapiesicherheit,

Forschung zur Arzneimitteltherapiesicherheit und

Organisation und Umsetzung des Aktionsplans.

Seit 2008 hat es bereits drei Aktionspläne gegeben. Ein Ergebnis ist die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans. Ab Oktober dieses Jahres haben alle Versicherten, die mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen, Anspruch auf die Ausstellung eines solchen Plans durch einen Arzt. Zunächst noch in Papierform, ab 2018 soll der Plan elektronisch auf der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Die Umsetzung einzelner Maßnahmen wird vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro unterstützt. Dazu zählt unter anderem der Aufbau einer Datenbank zur Dosierung von Arzneimitteln für Kinder oder eine Medikationsplan-App für Sehbehinderte. Nach Angaben des BMG gehen etwa fünf Prozent aller Klinikeinweisungen auf unerwünschte Nebenwirkungen zurück. (chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »