Ärzte Zeitung, 07.11.2018

Finanzinvestoren und MVZ

Goldene Gewinne

Kommentar von Florian Staeck

vdb

Schreiben Sie dem Autor florian.staeck@springer.com

Es ist eine Großoperation am deutschen Gesundheitswesen. Finanzinvestoren haben die Branche für sich entdeckt. Das Beratungsunternehmen McKinsey schwärmt von „goldenen Gelegenheiten“, die sich für Private-Equity-Unternehmen bieten. Schade nur, dass diese Transformation ohne jede Form von Begleitforschung vor sich geht. Was Kettenbildung und die wachsende Bedeutung von Akteuren, die keinen fachlichen Bezug zur Medizin haben, für die Qualität der Patientenversorgung bedeutet, ist eine Blackbox. Ursprünglich wollte der Gesetzgeber diese Entwicklung kontrollieren und hat den Kreis der Gründungsberechtigten eines MVZ eingeschränkt. Das hat sich als fruchtlos erwiesen.

Nach dem Kauf eines Krankenhauses können Investoren beliebig viele Medizinische Versorgungszentren an die Klinik anflanschen – „Buy and build“ heißt das in der Sprache der Investoren. Die Bundesregierung lässt auf eine Anfrage im Bundestag hin erstaunliche Wissenslücken erkennen. Kundig machen könnte sich das Gesundheitsministerium bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Seit 2015 fachgleiche Zentren möglich geworden sind, explodiert die Zahl von Zahnarzt-MVZ. Die Rede ist von einem „Ausverkauf der Versorgung“ – alles nur Panikmache?

Lesen Sie dazu auch:
Spekulieren mit MVZ: „Regierung tatenlos“

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