Ärzte Zeitung, 17.06.2013
 

Saarland

Erneut mehr Beschwerden von Patienten

2012 gingen 123 Anträge bei der Gutachterkommission für Haftpflichtfragen ein. Die Zahl der Behandlungsfehler ist gesunken.

SAARBRÜCKEN. Die Zahl der Anträge bei der saarländischen Ärztekammer wegen vermuteter ärztlicher Behandlungsfehler ist im vergangenen Jahr um knapp elf Prozent auf 123 gestiegen.

Das geht aus dem neuen Jahresbericht der "Gutachterkommission für Fragen ärztlicher Haftpflicht" der Kammer hervor. Damit hat die Zahl der Eingaben wieder das Niveau von 2009 erreicht.

Aber nur in knapp 20 Prozent der Fälle fand die Gutachterkommission einen Behandlungsfehler. 2011 lag die Quote noch bei rund 27 Prozent. Zwei Drittel der Entscheidungen betrafen den stationären Bereich.

Das Fachgebiet mit den meisten Streitfällen war mit rund 30 Prozent erneut die Orthopädie.

"Obwohl es eine gänzlich fehlerfreie medizinische Behandlung nie geben wird, muss jeder Schadensfall Anlass für uns sein, etwas besser zu machen", erklärte der saarländische Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Mischo.

"Denn hinter jedem Fall in der Statistik steht ein Schicksal". Deshalb werde seit Jahren das systematische, interdisziplinäre Risiko- und Fehlermanagement weiter entwickelt.

Die Gutachterkommission im Saarland nimmt nur noch bis Jahresende Patienteneingaben an. Dann tritt das Saarland der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern bei. (kin)

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