Ärzte Zeitung, 11.05.2016

AOK Bayern

500 Behandlungsfehler in 2015 bestätigt

Für die Zukunft fordert die AOK Bayern ein Zentralregister für Behandlungsfehler.

MÜNCHEN. Die AOK Bayern hat im vergangenen Jahr bei ihren Versicherten knapp 500 bestätigte Behandlungsfehler registriert. Nach Angaben der Krankenkasse hatten sich 2015 insgesamt 2943 Patienten mit dem Verdacht, dass bei ihnen ein Behandlungsfehler vorliegt, beraten lassen.

 In etwa der Hälfte dieser Fälle gab die AOK ein Gutachten in Auftrag. Damit habe sich jeder sechste vermutete Behandlungsfehler als ein tatsächlicher erwiesen, so die AOK Bayern.

Als eine der ersten Krankenkassen in Deutschland hatte die AOK Bayern bereits im Jahr 2000 ein Behandlungsfehlermanagement als einen wichtigen Baustein des Patientenschutzes eingeführt, berichtete Dominik Schirmer, Bereichsleiter Verbraucherschutz bei der AOK Bayern, vor der Presse in Nürnberg.

 In der Bilanz zeige sich, dass die rechtlichen Auseinandersetzungen immer intensiver und die Regressverhandlungen mit den Haftpflichtversicherungen immer langwieriger werden. Übergeordnetes Ziel des Behandlungsfehlermanagements sei nicht Konfrontation, sondern Kooperation und die Etablierung einer angstfreien Fehlerkultur, betonte er.

Zugleich forderte Schirmer ein bundeseinheitliches Zentralregister für Behandlungsfehler. "Es macht keinen Sinn, dass Ärztekammer, Krankenkassen und Gerichte hier unterschiedlich zählen", sagte der AOK-Vertreter. Um Patienten in Haftungsprozessen zu stärken, sollte es eine erleichterte Beweislastumkehr bei Behandlungsfehlern geben, forderte Schirmer. (sto)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »

Die Therapiekünste eines Kung-Fu-Meisters

Ein Kampfsportler stößt mit seinem Gesundheitskonzept bei Medizinern auf Interesse. Ein Arzt ist sogar geneigt, von einem Wunder nach der Therapie durch Chu Tan Cuong zu sprechen. mehr »