Ärzte Zeitung online, 05.12.2017
 

Whistleblower-Preis

Zyto-Skandal – Auszeichnung für Aufdeckung

Der ehemalige kaufmännische Leiter und eine PTA der "Alten Apotheke" in Bottrop sind mit dem Whistleblower-Preis 2017 ausgezeichnet worden.

KASSEL. Den seit 1999 alle zwei Jahre vergebenen Whistleblower-Preis erhalten in diesem Jahr der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhüriyet", Dr. Can Dündar (Berlin) sowie Martin Porwoll, ehemaliger kaufmännischer Leiter der "Alten Apotheke" in Bottrop und seine Kollegin, die Pharmazeutisch Technische Assistentin Maria-Elisabeth Klein (beide Bottrop). Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung von Anwälten gegen Nuklearwaffen (IALANA) vergeben.

Die beiden Apothekenmitarbeiter hätten "wesentlich dazu beigetragen, dass die Staatsanwaltschaft dem Verdacht schwerer Straftaten eines Zyto-Apothekers, die strukturell nur schwer aufzudecken sind, überhaupt nachgehen und aufgrund ihrer umfangreichen Ermittlungen Anklage gegen ihn erheben konnte", heißt es zur Begründung der Preisvergabe. Der Prozess gegen den Inhaber der "Alten Apotheke" hatte kürzlich begonnen (wir berichteten). Ihm wird zur Last gelegt, in über 60.000 Fällen onkologische Zubereitungen gepanscht zu haben.

Zu früheren Trägern des Whistleblower-Preises zählen unter anderem der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden (2013), der amerikanische Friedensaktivist Daniel Ellsberg (2003) und die Altenpflegerin Brigitte Heinisch, die Missstände in einem Berliner Pflegeheim angeprangert hatte. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »