Ärzte Zeitung online, 22.08.2013

Ärztemangel

Stipendienmodell in Thüringen mit Erfolg

Bereits über 100 Stipendiaten haben sich verpflichtet, nach dem Studium in unterversorgten Regionen zu praktizieren.

WEIMAR. Es ist ein überraschend schneller Erfolg: Bereits vier Jahre nach der Einführung des Thüringenstipendiums haben sich 100 Medizinstudenten für eine anschließende vertragsärztliche Tätigkeit verpflichtet.

Im Gegenzug werden sie während ihrer Ausbildung mit monatlich 250 Euro unterstützt. Die Stiftung zur Förderung der ambulanten medizinischen Versorgung in Thüringen finanziert diese Stipendien mit insgesamt einer Million Euro.

Sie wurde 2009 von der Kassenärztlichen Vereinigung und der Landesregierung gegründet. Unterstützt werden angehende Allgemeinmediziner und Augenärzte. Sie verpflichten sich damit zur Niederlassung in einer unterversorgten Region für mindestens vier Jahre.

Laut Stiftungsgeschäftsführer Jörg Mertz haben bereits neun Stipendiaten eine eigene Praxis gegründet. Die Stiftung betreibt darüber hinaus drei eigene Praxen im Freistaat, zu denen im nächsten Jahr noch weitere dazu kommen sollen. (rbü)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[28.08.2013, 12:59:11]
Jörg Mertz 
Deswegen gibt es Stiftungspraxen!
Herr Hoffmann hat sich glücklicherweise für ein Stipendium entschieden und damit auch für eine Niederlassung in Thüringen. Dabei hat er aber eine Praxis neu gegründet, die sich somit noch im Aufbau befindet. Das bedeutet, dass sich sowohl die Fallzahl und damit auch das Honorar kontinuierlich steigern werden.

Um dieses Problem bei der Neugründung einer Hausärztlichen Praxis kalkulierbarer zu machen, bietet die Stiftung interessierten Allgemeinärztinnen und -ärzten die Anstellung in einer Stiftungspraxis an mit der Option, diese nach ca. zwei Jahren zu übernehmen.

Weitere Informationen hierzu sind unter www.savth.de zu finden.

Jörg Mertz
Stiftungsgeschäftsführer zum Beitrag »
[21.08.2013, 20:45:56]
Andreas Hoffmann 
Leider, leider...
Nach neunmonatiger Tätigkeit als "Vertragsarzt" und ehemaliger Empfänger des Stipendiums rate ich jedem Studenten und Kollegen in Weiterbildung: Finger weg! Einmal drin in der Mühle kommt man kaum wieder raus, es sei denn, man hat zig-Tausende "auf der hohen Kante". Wenn dank EBM-Reform das eh schon weit unter Klinik-Niveau liegende Einkommen nochmals absinken wird, kann man den Businessplan wegwerfen und sich freuen, daß man wohl noch auf Jahre hinaus weniger im Portemonnaie haben wird als nach Tarif bezahlte Arzthelferinnen... zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »