Ärzte Zeitung online, 24.03.2017

Ausbildung

Rekord bei Studium ohne Abitur

BERLIN/GÜTERSLOH. Jeder vierzigste Erstsemester an deutschen Hochschulen hat kein Abitur. Die Gesamtzahl der Studierenden ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife stieg 2015 auf den Höchststand von 51.000. Das berichtet das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Angesichts von 2,8 Millionen Studenten ist die Quote derjenigen, die als beruflich besonders Qualifizierte, über Zulassungs- und Begabtenprüfungen oder per Probestudium zu Uni gehen, mit 1,8 Prozent aber immer noch gering. Eine positive Entwicklung zeigt sich bei den Studienabschlüssen: 1,3 Prozent aller Hochschulabsolventen haben mittlerweile ein Studium ohne Abitur erfolgreich beendet - ein neuer Höchstwert gegenüber den Vorjahren auch hier. Zwischen 2010 und 2015 erwarben insgesamt rund 25 000 Studierende ohne allgemeine Hochschul- oder Fachhochschulreife einen akademischen Abschluss.

Wie CHE-Expertin Sigrun Nickel erläuterte, hat sich "die Zahl der Hochschulabsolventen, die über den beruflichen Weg ins Studium gelangt sind, in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gesteigert". Die Hochschule mit den meisten Erstsemestern ohne eigentliche Zugangsberechtigung war die Fernuniversität Hagen. Interessierten stehen bundesweit knapp 7000 Studienangebote offen. Den Angaben zufolge steht für solche Studierende der Bachelorabschluss im Vordergrund – nur 7 Prozent belegen einen Masterstudiengang. Innerhalb der gesamten Studierendenschaft ist es jeder Vierte.

Unter den Studenten ohne Abitur oder Fachhochschulreife gehören die Fächergruppen Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften mit einem Anteil von gut zehn Prozent jedoch nicht zu den beliebtesten Fächern. Davor stehen Ingenieurswissenschaften sowie Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften. (dpa/ger)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »