Ärzte Zeitung online, 20.11.2017

Baden-Württemberg

Landkreistag und KV werben für mehr Medizin-Studienplätze

STUTTGART. Der Landkreistag Baden-Württemberg und die KVBW warnen in den kommenden Jahren vor "echten Versorgungslücken" auf dem Land. Die Situation könnte sich "dramatisch verschärfen", wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert werde, sagten KV-Chef Dr. Norbert Metke und Landrat Detlef Piepenburg, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Landkreistag.

Beide Organisationen sprachen sich dafür aus, die Zahl der Studienplätze im Fach Humanmedizin "um mindestens zehn Prozent" zu erhöhen. Eine ausreichende ärztliche Versorgung gehöre zum "Kernbereich staatlicher Daseinsvorsorge". Daher stehe der Staat in der Pflicht, "das Angebot an Studienplätzen mit dem objektiven Bedarf in Einklang zu bringen". KV-Vizevorstand Dr. Johannes Fechner verwies darauf, dass im Südwesten ein Drittel der Hausärzte und ein Viertel der Fachärzte über 60 Jahre alt sind. Allein 1100 Hausärzte seien bereits über 65 Jahre alt und würden gegenwärtig über die Pensionsgrenze hinaus die Versorgung sichern. Doch es sei absehbar, dass in ein bis zwei Jahren gleichzeitig viele Hausarztpraxen ohne Nachfolger schließen würden.

Der Hausarztmangel werde sich verschärfen, da der Versorgungsbedarf steige, die durchschnittliche Arbeitszeit je Arzt aber rückläufig sei. Hintergrund ist, dass immer mehr Vertragsärzte angestellt arbeiten. Der Versorgungsbericht der KVBW weist aus, dass in vielen Regionen der Anteil der über 60-jährigen Hausärzte bei über 40 Prozent liegt. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »