Ärzte Zeitung online, 07.02.2019

CME-Punkte

Ärztekammer setzt sich gegen OmniaMed

Fortbildungsanbieter zieht Widerspruch gegen Kammerbescheid zurück und gibt sein Geschäft in Deutschland auf.

STUTTGART. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat sich im Streit um die abgelehnte Zertifizierung einer Fortbildungsveranstaltung des Anbieters OmniaMed durchgesetzt. Im vergangenen August hatte die Kammer die Vergabe von CME-Punkten für eine Veranstaltung verweigert, bei der „wichtige hausärztliche Themen mit konkretem Nutzen für die Praxis“ versprochen wurden. Das Unternehmen legte Widerspruch ein und war der Kammer eine „fehlerhafte Auslegung der Regularien“ vor.

Nach Angaben der Kammer hat OmniaMed noch vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung den Widerspruch zurückgenommen, wodurch der Ablehnungsbescheid unanfechtbar geworden sei. Dieser Schritt, so Kammerchef Dr. Ulrich Clever, „spricht für unser Prüfverfahren und unsere Ablehnungsgründe“.

Er forderte Ärzte auf, die Kammer zu kontaktieren, falls aus ihrer Sicht Fortbildung nicht produktneutral erfolge. Jährlich werden im Südwesten 50.000 Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte angeboten. Dabei beantragen rund 8000 Anbieter bei der Kammer eine Zertifizierung.

Unterdessen hat die OmniaMed-Gruppe bereits im Dezember angekündigt, sie wolle sich vom deutschen Markt zurückziehen. Man werde „aufgrund der Marktbedingungen“ im laufenden Jahr keine medizinischen Fortbildungen in Deutschland mehr anbieten und sich auf internationale Aktivitäten konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. 18 Mitarbeiter verloren dadurch ihren Arbeitsplatz.

Die Ärzteinitiative MEZIS (Mein Essen zahl‘ ich selbst) sieht sich durch den Schritt von OmniaMed bestätigt und kündigte an, auch die Arbeit anderer Anbieter zu überprüfen. MEZIS ist einer der Gründer des „Aktionsbündnisses Fortbildung 2020“, das Ärzten nach eigenen Angaben „den Zugang zu hochwertiger und neutraler Fortbildung erleichtern“ will. Weitere Partner der im Frühjahr 2018 gegründeten Initiative sind unter anderem die DEGAM und die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft. (fst)

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