Ärzte Zeitung online, 13.02.2019

Telematikinfrastruktur

PKV will Anschluss nicht verlieren

KÖLN. Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen bei der Weiterentwicklung der Telematikinfrastruktur (TI) nicht von der GKV abgekoppelt werden. Deshalb drängen sie darauf, die Belange der Unternehmen und ihrer Kunden bei Aufbau und Betrieb der TI zu berücksichtigen. Eine erneute Beteiligung an der Betreibergesellschaft gematik hält die Branche aber nicht für nötig. Das hat der PKV-Verband in einer Stellungnahme zum Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) jetzt deutlich gemacht.

Die PKV war bis 2012 gematik-Mitglied und hat sich nach eigenen Angaben mit 24 Millionen Euro an den Kosten beteiligt. Sie ist damals ausgestiegen, „da eine Anwendungssicherheit der damals als reines Kartenprojekt angelegten E-Health-Infrastruktur für Privatversicherte nicht gesichert war“, heißt es in der Stellungnahme.

An der Skepsis der Privatversicherer hat sich bis heute nichts geändert. Sie befürchten, dass sie bei der Umsetzung der verschiedenen Anwendungen außen vor bleiben könnten. Denn außerhalb der GKV gibt es für die Ärzte keine gesetzliche Pflicht zur Anbindung an die TI, sie könnten sich daher den digitalen PKV-Lösungen verweigern.

Einige Privatversicherer setzen inzwischen auf elektronische Patientenakten, teils in Kooperation mit der GKV. Die wichtigsten Projekte sind die „Vivy“-App, das Portal „Meine Gesundheit“ und die von der TK und IBM entwickelte elektronische Gesundheitsakte. Die PKV-Anbieter bräuchten für ihre Anwendungen einen diskriminierungsfreien Zugang zur TI, betont der PKV-Verband. Das gelte auch für andere Beteiligte wie die Beihilfe. Der Zugang könne über transaktionsbezogene Nutzungsentgelte finanziert werden. Anbieter und Patienten bräuchten Anwendungssicherheit, von der gematik zertifizierte Anwendungen müssten auf Wunsch des Patienten – egal wo dieser versichert ist – von allen Leistungserbringern bedient werden, heißt es in der Stellungnahme. (iss)

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