Ärzte Zeitung, 27.05.2013

Erfolgreiche Pilotprojekte

Rückenwind für Telemedizin aus Europa

Aus einer europäischen Studie zur Telemedizin gibt es erste ermutigende Ergebnisse: Die Zwischenbilanz zweier Pilotprojekte fällt positiv aus.

DUBLIN. Unterschiedliche Ansätze der telemedizinischen Versorgung werden in der kontrollierten Studie "Renewing Health" evaluiert.

Anwendungen in den Indikationen COPD, Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz werden mit einem eigens entwickelten Assessment-Modell ("MAST") untersucht.

Die Studie wird von der EU-Kommission gefördert, insgesamt nehmen 7500 Patienten in neun Pilotregionen teil, die sich auf diverse Subprojekte verteilen. Von deutscher Seite ist das Pflegewerk Berlin beteiligt.

Bei der europäischen eHealth-Konferenz World of Health-IT in Dublin wurden jetzt aus zwei Projektregionen - Veneto in Italien und Odense in Dänemark - erste Zwischenergebnisse bekannt gegeben. Die endgültigen Ergebnisse, die dann alle Pilotregionen umfassen sollen, werden im Jahr 2014 erwartet.

Weniger Klinikaufenthalte festgestellt

In der Veneto-Region gibt es zwei Renewing-Health-Kohorten, eine zur COPD (GOLD-Stadium III/IV) und eine zur Herzinsuffizienz (Patienten nach Hospitalisierung).

Hier wird bei jeweils mehreren hundert Patienten klassisches Telemonitoring untersucht, wobei Krankenschwestern in unterschiedlichem Umfang eingebunden sind.

Die Daten, die jetzt vorgelegt wurden, basieren auf Auswertungen nach 3 und 6 Monaten. Die Endauswertung erfolgt nach 12-Monaten.

Je nach Versorgungsmodell gebe es in der COPD-Kohorte im Vergleich zur Kontrollgruppe bisher 24 bis 45 Prozent weniger Klinikeinweisungen sowie 23 Prozent weniger Besuche der Notaufnahme, sagte der regionale Projektverantwortliche Claudio Saccavini vom Arsenal-IT-Konsortium.

In der Herzinsuffizienzgruppe seien es bisher 61 Prozent weniger Klinikeinweisungen jeglicher Ursache und 45 Prozent weniger Besuche der Notaufnahme.

In der Region Odense liegen erste Daten einer Kohorte vor, bei der COPD-Patienten die Möglichkeit zu einer ärztlichen Telekonsultation hatten. Auch hier war die Hospitalisierungsrate im Vergleich zur Kontrollgruppe niedriger.

Das Signifikanzniveau wird aber nicht erreicht. Beide Regionen verzeichnen seitens der Patienten durchweg hohe Zustimmungsraten zur eingesetzten Technik. (gvg)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »