Ärzte Zeitung online, 22.10.2014

Vergütungsreport

Klinikärzte verdienen mehr

Die Gehälter von Klinikärzten sind in diesem Jahr im Schnitt um 2,9 Prozent gestiegen. Die Einkommensunterschiede sind allerdings enorm.

KÖLN Die Gehälter der Ärzte an Krankenhäusern sind in diesem Jahr im Schnitt um 2,9 Prozent gestiegen.

Die nicht-ärztlichen Führungskräfte verdienen 2,8 Prozent mehr. Das zeigt der aktuelle Vergütungsreport „Ärzte, Führungskräfte & Spezialisten in Krankenhäusern“ der Managementberatung Kienbaum.

Nach Angaben des Unternehmens verdienen die Führungskräfte in den Kliniken aber nach wie vor deutlich weniger als Manager in Wirtschaftsunternehmen. Danach erhalten nur die Beschäftigten in Verbänden, Instituten und gemeinnützigen Organisationen etwas geringere Gehälter.

280.000 Euro für den ChefarztNach der Erhebung, in die Daten von 2627 Mitarbeitern aus 100 Krankenhäusern eingeflossen sind, verdienen Chefärzte mit durchschnittlich 280 000 Euro mehr als doppelt so viel wie die ärztlichen Direktoren mit 133 000 Euro.

Spanne bei Chefärzten ist enorm

Allerdings ist die Spanne bei den Chefärzten enorm: Sie reicht von einem Jahresgesamteinkommen von 80 000 Euro bis über 750 000 Euro. „37 Prozent der Chefärzte verdienen durchschnittlich zwischen 125 000 Euro und 200 000 Euro im Jahr“, teilt Kienbaum mit.

 Krankenhaus-Geschäftsführer kommen in diesem Jahr auf durchschnittlich 190 000 Euro und Fachärzte auf 84 000 Euro. Generell streuen die Gehälter umso mehr, je höher die Beschäftigten in der Krankenhaushierarchie angesiedelt sind.

Bei den nicht-ärztlichen Führungskräften und Spezialisten reicht die Bandbreite von unter 40 000 Euro bis 200 000 Euro.

„Doch 42 Prozent verdienen zwischen 60 000 Euro und 80 000 Euro im Jahr.“Erwartungsgemäß steigen die Gehälter mit der Berufserfahrung. Wer seit drei Jahren Chefarzt ist, erhält im Schnitt 248 000 Euro, bei mehr als 20 Jahren sind es 393 000 Euro.

Bei den Geschäftsführern mit gleicher Berufserfahrung sind es 136 000 Euro und 215 000 Euro. „In den ersten Berufsjahren steigen die Bezüge relativ stark an, da sich auch die Kenntnisse und das Wissen des Mitarbeiters enorm schnell entwickeln“, sagt Dr. Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum.

Variable Vergütung nimmt zu Die leistungsorientierte Vergütung gewinnt in den Kliniken an Bedeutung, wenn sie dort auch nicht so ausgeprägt ist wie in anderen Branchen.

Drei Viertel der Geschäftsführer werden laut Kienbaum zum Teil variabel entlohnt. Mit 97 Prozent erhalten fast alle Chefärzte eine variable Vergütungskomponente. (iss)

[23.10.2014, 18:49:22]
Dr. Patricia Klein 
Altverträge besser!
"Erwartungsgemäß steigen die Gehälter mit der Berufserfahrung. Wer seit drei Jahren Chefarzt ist, erhält im Schnitt 248 000 Euro, bei mehr als 20 Jahren sind es 393 000 Euro."
Ob das mit der Berufserfahrung zusammenhängt, wage ich zu bezweifeln. Die Chefarzt-Verträge vor 20 Jahren wurden nur zu völlig anderen Bedingungen abgeschlossen als heute. Aber dieses Problem wird durch den Facharztmangel vielleicht schneller gelöst, als manchem Krankenhausträger lieb ist...  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »