Ärzte Zeitung, 19.07.2016
 

Berufshaftpflichtpolice

Angestellte Ärzte sind für den Fiskus tabu

NEU-ISENBURG. Keine zusätzlichen Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge müssen angestellte Ärzte einer Gemeinschaftspraxis zahlen, nur weil diese für sich als Personengesellschaft eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Finanzämter dürfen die Versicherungsbeiträge der Gesellschaft nicht so behandeln, als ob sie bei den Arbeitnehmern zu zusätzlichem Arbeitslohn führen würden. Dieses Verbot gilt selbst dann, wenn der Versicherungsschutz auch Ansprüche gegen die Angestellten abdeckt.

Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden. In einer Pressemitteilung stellen die Richter allerdings klar, dass Arbeitslohn eindeutig dann vorliegt, wenn die Gesellschaft die Beiträge für die Berufshaftpflichtversicherungen der Arbeitnehmer übernimmt. Im konkreten Fall ging es um eine Rechtsanwalt-GbR. Die Entscheidung, so der BFH, sei aber auch für andere Freiberufler wie etwa Steuerberater und Ärzte relevant. (juk)

Bundesfinanzhof Az.: VI-R-58/14

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »