Ärzte Zeitung, 24.10.2011

Kommentar

Patienten begehren Informationen

Von Matthias Wallenfels

Im Laufe der Zeit haben sich Ärzte aus dem engen Korsett der Möglichkeiten der Praxiswerbung peu à peu lösen können.

Rein rechtlich gesehen, stehen ihnen im Moment die vielfältigsten Wege offen, auf das Leistungsangebot in ihren Praxen aufmerksam zu machen. Auf kräftigen Gegenwind von Seiten der Patienten müssen sie sich dabei noch nicht einmal einstellen.

Das hat jetzt die EMPAT-Studie ergeben, die der Wartezimmer-Fernseh-Anbieter TV-Wartezimmer im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte. Dabei wurden rund 1500 Patienten im Alter von 14 bis 90 Jahren zu ihrer Einstellung zu dem Informationsmedium in der Praxis befragt.

Heraus kam interessanterweise auch, dass die große Mehrheit der Patienten der Meinung ist, Arztpraxen sollten durchaus stärker für sich werben.

Das impliziert auch, dass Patienten - im Gegensatz zu den Bedenkenträgern in den Standesorganisationen - durchaus bereit sind, sich auch via Kurzbeiträge über medizinische Sachverhalte, wie zum Beispiel Selbstzahlerleistungen, in der Praxis aufklären zu lassen.

Letzten Endes bleibt es aber in der Verantwortung jedes einzelnen Vertragsarztes, seriös nur solche IGeL zu promoten, hinter denen er selbst zu 100 Prozent steht.

Lesen Sie dazu auch:
Praxis-TV besteht Bewährungsprobe

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Komplementärmedizin für Krebskranke tödlich wird

Krebspatienten, die zusätzlich unbewiesene Heilverfahren nutzen, verschlechtern wohl ihre Überlebenschance. Die Erklärung ist nicht in der Komplementärmedizin selbst zu suchen. mehr »

Kurskorrektur in der Alzheimerforschung?

Offenbar entzieht sich das Gehirn bei Morbus Alzheimer dem Immunsystem. Checkpoint-Hemmer aus der Krebstherapie könnten dies verhindern. Bei Mäusen klappt das schon. mehr »

Carvedilol für alte Diabetiker? Besser nicht!

Erhalten pflegebedürftige Diabetiker nach Herzinfarkt einen "diabetikerfreundlichen" Betablocker, sinkt zwar die Gefahr von Hyperglykämien. Ins Krankenhaus müssen sie trotzdem häufiger. mehr »