Ärzte Zeitung, 12.10.2016

Eigene Praxis

Pendeln ist für Jungärzte eine Option

LEIPZIG. Für viele junge Nachwuchsmediziner kommt auch ein Pendeln zur eigenen Hausarztpraxis auf dem Land in Betracht. Bis zu 50 Minuten pro Strecke würden sie täglich auf sich nehmen, wie eine Studie der Universität Leipzig ergibt.

Die Hochschule hat dafür Studenten in Leipzig, Halle und an der Charité in Berlin befragt. Sie sieht in den Ergebnissen eine große Chance, die Engpässe in der hausärztlichen Versorgung auf dem Land zu mildern.

Allerdings blieben auch bei einer 50-minütigen Fahrt aus einer Großstadt weiter "weiße Flecken" auf der Landkarte, räumten die Studienautoren ein. In Sachsen könnten trotz allem das Vogtland, die Lausitz und andere Teile Nordost-Sachsens nicht abgedeckt werden. (lup)

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[12.10.2016, 20:21:32]
Christoph Luyken 
"In der Ruhe liegt die Kraft"
Aus eigener langjähriger Erfahrung behaupte ich, daß eine solche Konzeption zum Scheitern verurteilt wäre, sofern man doch am traditionellen Bild des Hausarztes festhalten wollte (Hausarzt = "Ehrenmitglied der Familie", "Freund seines Patienten", "sachverständiger Partner in allen Lebenslagen").
Die Erfüllung hausärztlicher Aufgaben im Sinne o.g. Ideale verlangt die physische und psychische Anwesenheit des Hauarztes im Biotop und Soziotop seiner Patienten.
"Pendeln" ist somit nur vorstellbar für ärztliche Funktionsträger, die fachliche Aufgaben erfüllen, ohne irgendwelche Bindung an die Klientel zu haben. Also für Fachärzte oder für mehr oder weniger anonyme angestellte Allgemeinmediziner in Großpraxen bzw. Polikliniken
Im übrigen ist allein schon die Lebens- oder Arbeitszeit, die beim "Pendeln" (schon die bildliche Vorstellung zeigt, wie lächerlich das Ansinnen ist!) mit z.B. "50 min pro Strecke" vertan würde, mit einer vernünftigen Lebensplanung nicht vereinbar.
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