Ärzte Zeitung online, 26.10.2016

Bayern

Zahl der Ärzte steigt auf 81.000

Die Kammer verweist beim Bayerischen Ärztetag darauf, dass steigende Ärztezahlen nicht ambulante Versorgungsprobleme lösen.

Von Christina Bauer

MÜNCHEN. Die Ärztezahl in Bayern ist gewachsen, die Bereitschaft zur Niederlassung aber sinkt: "Die Praxisnachfolgen sind in keiner Weise gesichert", sagte Kammer-Chef Dr. Max Kaplan anlässlich des Bayerischen Ärztetags in Schweinfurt.

Nach Kaplans Angaben ist die Ärztezahl im Vergleich zu 2014 um 2,4 Prozent auf nun 81.017 gestiegen. Bei den berufstätigen Ärzten nahm sie um zwei Prozent auf zuletzt 61.387 zu.

Trend zu Teilzeitarbeit

Zu berücksichtigen sei dabei der Trend zu Teilzeit- und angestellter Arbeit. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten Ende 2014 mit 78.000 bundesweit fast 2,5 Mal so viele Ärzte in Teilzeit wie 2001. Die Gesundheitsversorgung sei künftig nur durch interdisziplinäre Kooperation zu leisten.

Angesichts von derzeit über 600 Gesundheitsberufen sprach sich Kaplan für eine stärkere Vereinheitlichung aus. Er hob das Berufsbild des "Physician Assistant" hervor, der Ärzte sowohl bei der Behandlung entlasten als auch nicht-medizinische Aufgaben übernehmen soll.

Kaplan Stellvertreterin Dr. Heidemarie Lux verwies darauf, dass die Bedeutung von Frauen in der ambulanten Versorgung in Bayern weiter zunehme. Derzeit seien zwei Drittel der Medizinstudierenden weiblich, in den Praxen betrage ihr Anteil rund 50 Prozent.

Dagegen würden nur zehn Prozent der leitenden Positionen in Kliniken von Frauen besetzt. "Wir brauchen weibliche Vorbilder in der Medizin", forderte Lux. Kammer-Vize Dr. Wolfgang Rechl verwies darauf, dass Patienten durch die Digitalisierung aufgeklärter als früher seien.

Er forderte, Ärzte müssten die Nutzung von Gesundheits-Apps "kritisch begleiten". Skeptisch sehe die Kammer reine Online-Sprechstunden. Bei neuen Patienten sei zumindest ein direkter Patienten-Kontakt wichtig.

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