Ärzte Zeitung, 28.09.2009

Ärztemangel bedroht Kliniken

BERLIN. Nicht etwa die Höhe der Fallpauschalen, sondern die Besetzung offener Stellen wird in den nächsten fünf bis sieben Jahren Kernfrage für das Überleben von Kliniken sein: Davon geht der Leiter der Helios-Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung, Dr. Parwis Fotuhi, aus. "Wenn Sie keine Ärzte und Ärztinnen haben, also Leistungserbringer, gehen Sie pleite", sagte er auf dem 2. Deutschen Internistentag in Berlin.

"Wir werden Krankenhäuser schließen sehen aufgrund von fehlenden Mitarbeitern im ärztlichen Bereich." Der Klinikmarkt sei inzwischen ein von den Arbeitnehmern bestimmter Arbeitsmarkt. Es sei deshalb entscheidend, dass Verwaltungsleitungen und Chefärzte auf diese Veränderungen reagierten, wenn sie sicherstellen wollen, dass ihre Klinik nicht aus Personalmangel schließen muss.

Die Anwerbung ausländischer Ärzte ist für Fotuhi keine ausreichende Alternative zu einer Neuausrichtung der Personalpolitik in den Kliniken. So könnten Mediziner aus dem Ausland den Bedarf an den bundesweit knapp 2100 Kliniken nur teilweise decken. In der Inneren Medizin komme es zudem auf ausreichende Sprachkenntnisse an.

Wie viele andere Klinikträger in Deutschland leidet auch die private Helios-Klinikgruppe unter dem Ärztemangel (wir berichteten). Derzeit seien rund acht Prozent der Planstellen unbesetzt, so Fotuhi abschließend. (ble)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was nötig ist, um die Patientensicherheit zu erhöhen

Jede Minute sterben fünf Menschen durch fehlerhafte Behandlung, so die WHO. Patientenschützer setzen auf Fehlermeldesysteme. Und was schlagen Ärzte vor? mehr »

„Wer sich der heiligen Kuh nähert, kriegt Feuer“

Professor Martin Scherer ist neuer DEGAM-Präsident. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" spricht er über "viel zu viel Medizin" und die Pläne der DEGAM in Sachen Digitalisierung. Das gesamte Gespräch kann auch angehört werden. mehr »

Homöopathen sind enttäuscht von KBV-Chef

Die Homöopathen fühlen sich von KBV-Chef Gassen verschaukelt nach dessen kritischen Äußerungen zur Homöopathie: Gassen soll alle Ärzte vertreten – auch die komplementärmedizinisch aktiven Ärzte. mehr »