Ärzte Zeitung, 20.12.2010

Nur jeder Zehnte würde bei Gesundheitskosten sparen

Kassenpatienten ist laut einer Studie die Qualität der ärztlichen Behandlung wichtiger als die Kostenfrage.

Von Christian Beneker

HANNOVER. Gutes Geld für gute Qualität - drei Viertel der GKV-Versicherten würden sich für qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen bei anderen Ausgaben einschränken. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage unter 1001 gesetzlich Versicherten im Auftrag der KKH-Allianz.

Demnach wären 78 Prozent bereit, sich bei Reisen beziehungsweise im Urlaub einzuschränken, 64 Prozent würden ihre Ausgaben für Freizeit reduzieren, und immerhin 59 Prozent könnten sich Einsparungen beim Auto vorstellen.

Mit zwölf Prozent der Befragten wäre dagegen nur rund jeder Zehnte bereit, bei den Ausgaben für seine Gesundheit den Rotstift ansetzen.

Die überwiegende Mehrheit - nämlich gut drei Viertel - achtet heute bei den Gesundheitsausgaben mehr auf die Qualität als auf den Preis, teilte die KKH-Allianz mit. Und gut jeder Zweite wäre tendenziell bereit, für interessante Zusatzleistungen seiner Krankenkasse etwas mehr zu bezahlen. 42 Prozent der Versicherten würden ihrer Kasse sogar mehr bezahlen wollen, allein für das Gefühl, sich dort gut und sicher aufgehoben zu fühlen. 

Bei der Auswahl der Krankenkasse achten 63 Prozent der Versicherten eher auf eine gute Versorgung und einen guten Service. Erst dann folgt der Preis als Auswahlkriterium. Besonders die 18- bis 29-jährigen Kassenkunden wählen nahezu zu drei Vierteln ihre Krankenkasse insbesondere unter dem Gesichtspunkt Service und Qualität. 

"Die Umfrage zeigt uns, dass die angebotenen Serviceleistungen und die Unterstützung im Krankheitsfall für die Kunden von zentraler Bedeutung sind", so Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der bundesweit viertgrößten Krankenkasse KKH-Allianz.  Der Kassenpatient von heute erwarte mehr als nur Standard.

[20.12.2010, 17:30:25]
Prof. Dr. Hans-Werner Gottinger 
Nur jeder Zehnte...
Dieser Bericht scheint nach den Angaben einer statistischen und damit gesundheitsoekonomischen Fehlbeurteilung zu unterliegen.
Gesundheitsausgaben sind nicht diskretionaere Konsumausgaben, jedenfalls dann, wenn sie durch Versicherungsleistungen abgedeckt werden. Der GKV Versicherungsbeitrag liegt fest und ist praktisch vom Patienten nicht beein-flussbar. Das Gleiche gilt fuer Gesundheitsleistungen. Deshalb sind in einem solchen "sozialistischen" System Angaben ueber komparative Ausgabenverringerungen/erhoehungen voellig fiktiv und wenn so untersucht bringen einen signifikanten statistischen Bias. Eine solche Untersuchung ist irrefuehrend und ein Bericht darueber auch.
Prof.Dr. Hans W. Gottinger zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »