Ärzte Zeitung online, 02.03.2012

Özkan: Hygieneärzte keine Patentlösung

OSNABRÜCK (dpa). Nach den Todesfällen auf einer Bremer Frühchen-Station hält Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) die Anstellung weiterer hauptamtlicher Hygieneärzte in Kliniken nicht für ein Patentrezept zur Lösung des Problems.

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Özkan: "Mehr Hygieneärzte hätten in Bremen oder anderen Kliniken keine bessere Lage bewirkt." Die Ministerin widersprach damit einer Forderung des SPD-Gesundheitsexperten Professor Karl Lauterbach.

Entscheidend sei zunächst, dass die bestehenden Hygienevorschriften in den Krankenhäusern penibel eingehalten würden. "Das Bewusstsein dafür muss vom Chefarzt bis zur Pflegekraft und Reinigungskraft gelebt werden", betonte die Ministerin.

"Das fängt schon bei der Händedesinfektion an." Im Fall einer Besiedlung mit Keimen sei ein vorgegebener minutiöser Ablauf einzuhalten, betonte die CDU-Politikerin.

[11.03.2012, 20:46:21]
Dr. Horst Grünwoldt 
Hygiene-"Bewußtsein"
Das Bewußtsein, und insbesondere die Hygiene-Bewußtheit, wird gewiß vom konkreten Wissen und praktischer Erfahrung über etwas bestimmt.
Das umfassende Wissensgebiet der Hygiene (=Gesundheitslehre) war zu meiner Zeit als Wiss. Assistent für Medizin- und Pharmaziestudenten nicht besonders beliebt. Das mag sich in drei Jahrzehnten geändert haben.
Wenn nach einem Facharzt für Hygiene, insbesondere für Krankenhaus-Hygiene gerufen wird, so sollte gewiß die Einführung des Dienstpostens abhängig von der Zahl der Stationen und Betten gemacht werden.
Eine unterweisende und kontrollierende Hygiene-Fachkraft sollte allerdings im Zeitalter von MRSA und anderen Resistenzen auf jeder geschlossenen Abteilung vorhanden sein und neben ihrem Pflegedienst auch eine Extra-Vergütung für die "Schmutzarbeit" erhalten.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene und Mikrobiologie) Rostock zum Beitrag »

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