Ärzte Zeitung, 18.04.2012

Risiko-Management in Kliniken setzt sich durch

Immer mehr Krankenhäuser definieren Fehlerprävention als strategisches Ziel, ergab eine Umfrage.

BONN (ras). Krankenhäuser arbeiten durchaus erfolgreich an der Fehlerprävention in den Häusern. Dies ist das Ergebnis einer bundesweiten Befragung, an der 484 von 1820 Kliniken teilgenommen haben.

Weitere Ergebnisse der "Befragung zum Einführungsstand von klinischem Risiko-Management (kRM) in deutschen Krankenhäusern": Fast die Hälfte nutzt bereits Fehlerberichts- und Lernsysteme.

Diese sind jedoch noch nicht klinikweit im Einsatz, sondern durchschnittlich nur in jeder dritten Abteilung.

Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser verfügt bereits über einen strategischen Ansatz für ein klinisches Risiko-Management. Und: 59 Prozent der Kliniken haben bisher Strategien für das klinische Risiko-Management entwickelt, bei 26 Prozent fehlen solche Strategien.

Probleme an den Schnittstellen

Die kRM Studie wurde vom AOK Bundesverband finanziert und vom Deutschen Pflegerat, Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit unterstützt.

Eindeutig identifiziert werden die von den Studienteilnehmern angegebenen Risikoschwerpunkte in Allgemeinkrankenhäusern: Schnittstellenproblemen führen die Rangliste mit 46,5 Prozent an.

Auf Platz zwei liegt die Arzneimitteltherapie mit 34,4 Prozent. Den dritten Platz nehmen mit 32,2 Prozenten Krankenhausinfektionen ein.

Bisher fehlte in Deutschland eine Bestandsaufnahme des Risiko-Managements und der Nutzung von Fehlerberichts- und Lernsystemen, sagt Hedwig François-Kettner Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS).

Dr. Jörg Lauterberg, Projektleiter der Befragung beim Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn (IfPS), kündigt an, die Umfrage solle im Jahr 2013 oder 2014 wiederholt werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Welcher Sport tut den Gefäßen gut?

Sportliche Menschen scheinen anfälliger für atherosklerotische Koronarveränderungen zu sein als faulere. Neue Studiendaten legen nahe, dass dabei die Sportart von Bedeutung ist. mehr »

Wie Fitness das Alter beeinflusst

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“, sagt der Volksmund. US-Forscher bestätigen dies in einer Studie: Sie haben mit einem Belastungstest das physiologische Alter von Patienten ermittelt. mehr »

Wenn Gesunde freiwillig Patienten werden

Bei der Lebendorganspende werden Interessen schwer kranker Patienten mit denen eines gesunden Spenders abgewogen. Ist das Gesetz hier zu restriktiv? mehr »