Ärzte Zeitung, 27.09.2012

Sterberaten nach Op

Intensivstation rettet Leben

Unerwartet viele Patienten sterben nach Operationen in Kliniken. Der Vergleich zwischen 28 europäischen Ländern offenbart aber auch, dass die Risiken ungleich verteilt sind - und dass die Intensivmedizin helfen kann.

Große Unterschiede bei Sterberaten nach Op

Willkommen im Op: In Deutschland sterben weniger Patienten als in Großbritannien.

© BVmed

LONDON (St). In Deutschland überleben mehr Patienten einen chirurgischen Eingriff als in Großbritannien.

Deutlich niedriger als hierzulande sind allerdings die postoperativen Mortalitätsraten in Estland, Finnland, Island, den Niederlanden, Norwegen und Schweden, wie die European Surgical Outcomes Study (EuSOS) ergeben hat.

Dort wurde die Sterberate nach operativen Eingriffen bei 46.539 Patienten ab 16 Jahre an 498 Kliniken in Europa untersucht (Lancet 2012; 380: 1059).

Ausgeschlossen waren ambulante, herzchirurgische, neurochirurgische und geburtshilfliche Eingriffe. Durchschnittlich blieben die Patienten drei Tage in der Klinik, acht Prozent waren auf der Intensivstation.

Die Sterberate war mit durchschnittlich vier Prozent höher als erwartet. Am häufigsten kamen Patienten im Zusammenhang mit gefäßchirurgischen Eingriffen sowie nach Operationen im oberen und unteren Gastrointestinaltrakt zu Tode. Nierenpatienten hatten dagegen die besten Aussichten.

Die postoperativen Mortalitätsraten reichten von 1,2 Prozent in Island bis 21,5 Prozent in Lettland. In Deutschland lag die Sterberate nach Op bei 2,5 Prozent in Großbritannien bei 3,6 Prozent.

Allerdings waren hierzulande fast doppelt so viele Patienten nach Eingriffen intensivmedizinisch versorgt worden.

Bisher werden die postoperativen Sterberaten nur mit 1,2 bis 2 Prozent angegeben, so die Autoren. Auffallend sei, dass 73 Prozent der gestorbenen Patienten nicht auf der Intensivstation behandelt wurden.

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