Ärzte Zeitung, 02.06.2015

Krankenhäuser

Kostet Reform 2,2 Milliarden Euro mehr ?

KREMMEN. Die Krankenhausreform wird beitragsrelevant. Davon gehen Vertreter des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung aus.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands, Johann-Magnus von Stackelberg bezifferte am Dienstag im brandenburgischen Kremmen die erwarteten Mehrkosten der Krankenhausfinanzierung aus mehreren Gesetzesvorlagen der Regierung auf gut 2,2 Milliarden Euro insgesamt bis 2020.

Damit würden die jährlichen Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für den stationären Sektor die 70 Milliarden-Euro-Grenze reißen. 0,1 Beitragssatzpunkte entsprechen etwa 1,2 Milliarden Euro.

Große Posten sind dabei das Pflegestellenförderprogramm und die Hochschulambulanzen, für die die Krankenkassen ab 2018 jeweils mehr als eine halbe Milliarde Euro im Jahr zusätzlich ausgeben werden.

Vergleichsweise wenig Geld sollen die geplanten Qualitätszuschläge erfordern. Sie fließen mit lediglich 60 Millionen Euro in die Rechnung ein. Stackelberg forderte den Gesetzgeber auf, im Krankenhausreformgesetz sicherzustellen, dass Kassen nicht an den ebenfalls geplanten Qualitätsabschlägen verdienen.

In Kassenkreisen wird diskutiert, auf Abschläge zu verzichten. Dennoch werde es mit der Reform möglich, "mindere Qualität" auszuweisen, sagte von Stackelberg. Den Prozess, Qualität stärker in den Blick zu nehmen und vergütungsrelevant zu machen, bezeichnete von Stackelberg als mühsam. Es könne sechs Jahre dauern, bis die für die Reform nötigen Qualitätsanforderungen stehen. (af)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »