Ärzte Zeitung online, 16.11.2017
 

Krankenhaus-Barometer

60 Prozent der Kliniken 2016 mit Gewinn

Trotz leichter wirtschaftlicher Aufhellung im vergangenen Jahr sind viele Kliniken pessimistisch.

DÜSSELDORF/BERLIN. Trotz einer leichten Ergebnisverbesserung blicken viele Kliniken in Deutschland eher pessimistisch in die Zukunft. Knapp 29 Prozent weisen 2016 einen Fehlbetrag in ihrem Jahresabschluss aus, ein Jahr zuvor waren noch 33 Prozent in den Miesen.

Das geht aus dem am Mittwoch vom Deutschen Krankenhaus-Institut (DKI) veröffentlichten Krankenhaus-Barometer 2017 hervor, einer Repräsentativumfrage, die im Frühjahr dieses Jahres stattgefunden hat.

Danach haben 2016 knapp 61 Prozent der Kliniken Gewinn erwirtschaftet, weitere 10,4 Prozent weisen ein ausgeglichenes Ergebnis auf. Am günstigsten ist die wirtschaftliche Lage mittelgroßer Kliniken (300 bis 599 Betten), von denen knapp 78 Prozent mit Gewinn arbeiten. Bei den kleineren Kliniken sind dies lediglich 55,6 Prozent, bei den Großkliniken 51,2 Prozent.

Rund ein Drittel dieser beiden Kliniktypen schrieb 2016 rote Zahlen. Insgesamt hat sich die Lage der Kliniken 2016 etwas verbessert: Der Anteil der Häuser, die von steigenden Gewinnen berichten, beträgt 44 Prozent – 33 Prozent verzeichneten Gewinnrückgänge.

Die Entwicklung variiert laut DKI stark – je nach Bettenzahl: Bei den Großkliniken ist der Anteil mit gestiegenem Jahresergebnis mit 61 Prozent deutlich überproportional; in dieser Klasse mussten nur 21 Prozent Ergebniseinbußen hinnehmen.

Trotz der leichten wirtschaftlichen Aufhellung im vergangenen Jahr schätzten die Kliniken ihre aktuelle Lage zum Zeitpunkt der Befragung zurückhaltend, teils auch pessimistisch ein. 27 Prozent bewerten ihre ökonomische Situation als eher gut. 29 Prozent sind unzufrieden, während 44 Prozent die Lage als "teils/teils" einstufen.

Im Vergleich zu 2016 hat sowohl der Anteil der Häuser mit guter wirtschaftlicher Lage als auch der mit unbefriedigender Situation abgenommen. Am schlechtesten fällt die Beurteilung der Großkliniken aus, eher optimistisch geben sich mittelgroße Häuser. (HL)

Lesen Sie dazu auch:
Notfallambulanz: Fast jeder macht es, fast alle mit Verlust

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Inhalatives Steroid bei Kindern – Keine falsche Zurückhaltung!

Die Angst vor Frakturen sollte bei asthmakranken Kindern kein Grund gegen die Kortisoninhalation sein. Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben. mehr »

Ibuprofen plus Paracetamol so effektiv wie Opioide

Es müssen keine Opioide sein: OTC-Analgetika wirken bei Schmerzen in den Gliedmaßen ähnlich gut wie Opioide, so eine US-Studie. mehr »

Steigender Drogenkonsum bereitet Sorgen

Der Cannabiskonsum wird unter Jugendlichen langsam aber stetig populärer. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert einen massiven Ausbau der Präventionsangebote. mehr »