Ärzte Zeitung online, 13.03.2018

Klinikmanagement

Wirbelsäulen von Kindern im Facharzt-Fokus

Das Kinderwirbelsäulenzentrum der Uniklinik Leipzig setzt bei der Versorgung vor allem auf die Zusammenarbeit.

LEIPZIG. Für Kinder mit Wirbelsäulenerkrankungen ist am Uniklinikum Leipzig ein neues Kinderwirbelsäulenzentrum gegründet worden. Um die Kinder behandeln zu können, arbeiten neben Orthopäden und Unfallchirurgen sowie Kinderorthopäden auch Neurochirurgen, Kinderärzte, Kinderradiologen, Kinderneurologen, Anästhesisten, Kinderchirurgen und pädiatrische Onkologen zusammen.

"Denn zu uns werden oft Kinder mit sehr komplizierten Erkrankungen geschickt, die einen besonderen Zugang erfordern", erläutert Professor Christoph Heyde, Leiter des neuen Zentrums, der auch den Bereich Wirbelsäulenchirurgie der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie der Uniklinik leitet.

"Um bei der Behandlung alle damit verbundenen Aspekte ausreichend zu berücksichtigen, kommen die Experten des Zentrums regelmäßig in einer interdisziplinären Fallkonferenz, dem Kinderwirbelsäulenboard, zusammen", ergänzt Professor Jürgen Meixensberger, stellvertretender Leiter des Zentrums und Direktor der Uniklinik für Neurochirurgie.

Dort werde gemeinsam eine individuelle, auf den konkreten einzelnen Fall bezogene Herangehensweise entwickelt, um den Kindern und deren Familien am besten helfen zu können. "Die große Herausforderung besteht darin, dass wir es mit einer Wirbelsäule im Wachstum zu tun haben", fügt Heyde an.

"Wir begleiten unsere Patienten über viele Jahre"

Das Ziel einer Therapie müsse deshalb sein, eine weitgehend normale Entwicklung bis zum Abschluss des Wachstums zu ermöglichen. "Wir begleiten unsere Patienten aus diesem Grund über viele Jahre, bis wir sicher sein können, dass das Wachstum nicht mehr negativ beeinflusst oder erneute Störungen auftreten könnten", schildert Heyde. "Nur der kleinste Teil unserer Patienten muss letztlich auch operiert werden."

Dennoch führten die Leipziger Mediziner im vergangenen Jahr 50 solcher Eingriffe durch, "auch für ein hoch spezialisiertes Zentrum eine große Zahl", wie Heyde einschätzt. In den meisten Fällen kommen konservative Therapien zum Einsatz. Erforderlich werden können Operationen bei Verletzungen oder bei Fehlbildungen.

 Insbesondere bei angeborenen Fehlbildungen müsse auch sehr früh operiert werden, um eine weitgehend normale Entwicklung der Kinder zu ermöglichen. Denn kindliche Wirbelsäulenerkrankungen können angeboren oder erworben sein, das Spektrum reicht von Deformationen wie Skoliosen über das sogenannte Wirbelgleiten und Entzündungen bis zu Tumoren und Verletzungen.

Die Kinder werden in den Sprechstunden der Kinderorthopädie und Neurochirurgie behandelt, die innerhalb des Zentrums zusammenarbeiten und in denen die kleinen Patienten auch regelmäßig nachbetreut werden. (sve)

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