Ärzte Zeitung online, 18.06.2018

Krebsforschung

Biobanken gehen in die Offensive

Die German Biobank Alliance sucht Spender für Biomaterial – mithilfe einer großen Infokampagne.

HANNOVER. Täglich spenden hunderte Menschen in deutschen Krankenhäusern Biomaterial und unterstützen damit den medizinischen Fortschritt. Damit sich die Zahl der freiwilligen Spender noch erhöht, setzt die German Biobank Alliance (GBA) – wie bereits kurz berichtet – auf eine Info- und Sensibilisierungskampagne.

Nach Angaben der GBA, unter deren Dach sich Biobanken aus elf deutschen Universitätskliniken zusammengeschlossen haben, herrscht deutschlandweit noch Informationsbedarf, wenn es darum geht, wie Biomaterialproben verwendet und gelagert werden. Entsprechende Befragungen im Auftrag der GBA untermauerten dies.

Biomaterialien – dazu gehören Blut, Gewebe und anderes Körpermaterial – sind, wie die Biobankenallianz hervorhebt, ein unverzichtbarer Rohstoff für die medizinische Forschung. "Mithilfe von Biomaterialien können Ärzte und Wissenschaftler Krankheitsursachen erkennen und neue gezielte Therapien entwickeln", erläutert Professor Thomas Illig an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) Leiter der Hannover Unified Biobank und Partner der Biobankenallianz.

Die deutschlandweite Informationskampagne, die aus Plakaten, Flyern und der Website www.biobanken-verstehen.de besteht, beantworte die häufigsten Fragen zu Biomaterialspenden und gebe einen Einblick in die Arbeit moderner Biobanken. Auf der Website seien Erfolge aus der Forschung nachzulesen: So konnten durch den Einsatz von Bioproben beispielsweise neue Erkenntnisse in der Krebsmedizin gewonnen werden. Auf der Suche nach einem wirksamen Mittel im Kampf gegen den Krebs haben Dr. Georg Gdynia und sein Team vom Uniklinikum Heidelberg in den natürlichen Killerzellen ein Protein entdeckt, das als neuer Wirkstoff gegen den Krebs eingesetzt werden kann. Das Protein HMGB1, welches die Killerzellen vorrätig in kleinen Bläschen in sich trägt, hat der Forscher als höchst effektive, natürliche Waffe gegen Krebs identifiziert.

"Wir möchten mit der Website und dem Informationsmaterial zu mehr Transparenz und Partizipation beitragen", verdeutlicht Professor Michael Hummel, Koordinator der Biobankenallianz, den Hintergrund der Aktion. "Denn Befragungen unter Biomaterialspendern zeigen, dass viele Spender nicht wissen, wofür ihr Biomaterial verwendet wird. Das möchten wir verbessern." Gefördert wird die GBA vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. (maw)

Infos zur Kampagne unter:

www.biobanken-verstehen.de

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