Ärzte Zeitung, 02.11.2012

Medizintechnik-Branche

Nur noch vom Export getrieben

BERLIN (maw). Die Medizintechnikunternehmen in Deutschland verspüren eine Stagnation auf dem Heimatmarkt. Getrieben werde das Geschäft vor allem vom Export, wie der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) mitteilt.

Das Umsatzwachstum der im BVMed organisierten MedTech-Unternehmen habe sich gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Es liege 2012 laut BVMed-Herbstumfrage bei durchschnittlich 4,4 Prozent. Im Vorjahr seien es 5,3 Prozent gewesen.

Die Gewinnsituation der MedTech-Unternehmen sei multifaktoriell bedingt, stark geschmälert, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M Schmitt. Als Ursachen nannte er den enormen Preisdruck, insbesondere durch Einkaufsgemeinschaften und Ausschreibungen, die stark gestiegenen Rohstoffpreise und höhere Außenstände.

"Der Standort Deutschland wird zwar nach wie vor überwiegend positiv beurteilt. Es werden aber zunehmend die niedrigen Erstattungspreise und eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen kritisiert", so Schmitt.

Jobmotor

Trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation bleibe die Medizintechnik-Branche in Deutschland ein Jobmotor. Knapp 60 Prozent der Unternehmen hätten Arbeitsplätze geschaffen.

Der Gesamtumsatz der produzierenden Medizintechnikunternehmen in Deutschland habe nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2011 bei 21,4 Milliarden Euro gelegen.

Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland laut BVMed mehr als 175.000 Mitarbeiter.

Schmitt: "Damit leistet die MedTech-Branche nicht nur einen hervorragenden Beitrag zur Patientenversorgung und zur Wirtschaftskraft, sondern ist auch ein Hoffnungsträger für den deutschen Arbeitsmarkt."

Topics
Schlagworte
Medizintechnik (1173)
Organisationen
BVMed (363)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »