Ärzte Zeitung, 16.01.2017
 

Innovationen

Pharma und MedTech glänzen mit Patenten

22 Medizintechnik- und Pharmaunternehmen gehören zu den 100 innovativsten Unternehmen weltweit – gemessen am Patentgeschehen. Die Onkologie gilt als der Pharma-Treiber.

Von Matthias Wallenfels

Pharma und MedTech glänzen mit Patenten

Intensive Forschung ist das Rückgrat innovativer MedTech- und Pharmaunternehmen.

© Comstock Images/Stockbyte/Thinkstock

PHILADELPHIA. Novartis investierte 2015 insgesamt 9,1 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung (FuE). Das schweizerische Pharmaunternehmen steht auf der jetzt von Clarivate Analytics veröffentlichten Liste 2016 Top 100 Global Innovators und wird dort exemplarisch für seine hohen FuE-ausgaben erwähnt. Im Schnitt wandten die 100 Unternehmen 9,1 Prozent mehr an FuE-Mitteln auf als die im Index S&P 100 vertretenen Unternehmen, so Clarivate Analytics.

Die Methodik von Clarivate Analytics zur Ermittlung der 2016 Top 100 Global Innovators ist nach eigenen Angaben die einzige objektive Analyse von Patentaufkommen, Raten erfolgreicher Patenterteilungen, globaler Reichweite und Einfluss von Erfindungen, um die innovativsten Organisationen der Welt unvoreingenommen zu ermitteln.

MedTech auf Rang 2 der Innovatoren

Der mittlerweile im sechsten Jahr erscheinende Report belege bei den Spitzeninnovatoren einen bemerkenswerten Wandel der Strategie. Insbesondere habe sich die Zahl der eingereichten Patente verringert, während sich Zahl der Patenterteilungen erhöht habe. Dieser Trend unterstreicht in Verbindung mit einem erheblichen Engagement bei den FuE-Ausgaben einen stärkeren Einsatz für Qualität statt Quantität, um neue Erfindungen zu kommerzialisieren.

Zusammen erwirtschafteten die Firmen auf der Liste laut Report mehr als vier Billionen US-Dollar Umsatz im Jahr 2015 und gaben mehr als 227 Milliarden US-Dollar für FuE aus. Explizit erwähnt sind in der Studie vermehrte Innovationsanstrengungen im Bereich der Medizintechnik.

Die Medizintechnik nimmt mit 15 vertretenen Unternehmen Rang zwei nach dem Bereich Hardware und Elektronik ein, der mit 29 Unternehmen die Liste der globalen Innovatoren anführt.

Unter den 15 Unternehmen, die in der Medizintechnik weltweit mit ihren patentierten Innovationen – darunter Komponenten und Robotik – zu den Spitzenreitern zählen, kommen zehn aus Japan: Daikin Industries, Kawasaki Heavy Industries, Kobe Steel, Komatsu, Makita, Mitsubishi Heavy Industries, Nippon Steel & Sumitomo Metal, Olympus, Sumitomo Electric und Yaskawa Electric.

Deutschland nicht vertreten

Am zweiter Stelle folgen mit Becton Dickinson, Boston Scientific und Johnson Controls US- Unternehmen. Mit Medtronic und Saint-Gobain finden sich je ein irisches und ein französisches Unternehmen unter den Top-Innovatoren der Medizintechnik – Vertreter aus Deutschland fehlen.

Dafür finden sich mit Bayer und Merck zwei deutsche Unternehmen unter den sieben gelisteten Pharma-Innovatoren. Abbott Laboratories, Bristol-Myers Squibb und Johnson&Johnson (alle USA) sowie die Eidgenossen Novartis und Roche komplettieren den Sektor.

In der Analyse zum Pharmasektor hebt der Report die signifikanten Herausforderungen hervor, mit denen die Branche seit Jahren zu kämpfen hat. Schrumpfende Erlöse, steigender Preisdruck und ständig wechselnde regulatorische Anforderungen hätten die Pharmaunternehmen dazu gebracht, verstärkt auf Innovationen zu schauen, um die Rentabilität und die Renditen zu erhöhen. Der Erfolg spiegle sich im Report wider: War vor sechs Jahren nur ein Pharmaunternehmen unter den top 100 gelistet, so seien es jetzt bereits sieben.

Jede zweite Innovation bei Krebs

Wie die Analyse zeigt, fokussierten die Arzneiinnovation 2016 vor allem die Therapieindikationen Krebs, ZNS und Entzündung. Bei Merck, Roche und Novartis habe jede zweite Innovationen einen Krebsbezug gehabt. Gerade bei Onkologika könnte die Entwicklung bis zur Markteinführung je Arznei mit bis zu drei Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen, heißt es. Als das innovativste Feld der Pharmaforschung zeige sich die Immunonkologie. Essenziell für die Unternehmen sei der Patentschutz ihrer innovativen Arzneien, wie der Report hervorhebt.

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