Ärzte Zeitung, 30.01.2017

Arab Health

Mittlerer Osten sorgt für Goldgräberstimmung

Am Montag startet in Dubai mit der Arab Health die zweitgrößte Medizinmesse der Welt. Begünstigt durch ein anhaltendes Wirtschaftswachstum, aber auch gezeichnet von der Zunahme an Zivilisationskrankheiten gewinnen der Mittlere und Nahe Osten an Bedeutung für Pharma und MedTech.

Von Matthias Wallenfels

DUBAI. Dubai hat sich als Messeplatz längst etabliert. Das Emirat gilt als internationale Drehscheibe. Am Montag startet die 42. Auflage der Arab Health. Die Fachmesse für Medizintechnik und Pharma hat sich inzwischen zur weltweit zweitgrößten Medizinmesse gemausert. Nahmen 2016 noch 4187 Aussteller teil, so sind es in diesem Jahr bereits mehr als 4400, wie der Veranstalter betont.

Die gesamte Region Mittlerer Osten und Nordafrika verzeichnet einen rasanten Anstieg an Investitionen in den Gesundheitsbereich – hauptsächlich in den wohlhabenden Öl- und Gasstaaten. Treiber ist unter anderem der Anstieg von Zivilisationskrankheiten in der Region. Die International Diabetes Federation beziffert zum Beispiel die Zahl der Diabetiker im Mittleren Osten auf 37 Millionen - 800.000 davon in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Modernste Ausstattung gefragt

Die arabischen Staaten lassen sich nicht lumpen und investieren große Summen in die meist Medical City genannten medizinischen Spitzenzentren (wir berichteten). Die King Fahad Medical City in Riad zum Beispiel versteht sich selbst als der größte und fortschrittlichste medizinische Komplex im gesamten Mittleren Osten. Der für umgerechnet mehr als eine halbe Milliarde Euro errichtete Komplex fasst 1200 Betten in vier Kliniken und vier medizinischen Zentren.

Die großen Klinikkomplexe setzen meist auf die modernste medizintechnische Ausstattung und hoch qualifiziertes internationales Personal, das zum Großteil aus dem Ausland stammt. Daher finden zum Beispiel Unternehmen der Medizintechnik eine Fülle interessierter Gesprächspartner, die für Kliniken nach zukunftsträchtigen Lösungen suchen.

"Die Vereinigten Arabischen Emirate verzeichnen ein rasches Wachstum in den Feldern Medizintechnik, Healthcare-IT sowie medizinische Schulung", resümiert Simon Page, Managing Director bei dem Messeveranstalter Informa Life Sciences Exhibitions Middle East.

Die Emirate wollen aber anscheinend einem weiteren Trend Grenzen setzen. Zwar setzen sie selbst darauf, mehr und mehr Medizintouristen aus der Region anzuziehen. Gleichzeitig hätten Untersuchungen aber herausgefunden, so die Veranstalter der Arab Health, dass limitierte Kapazitäten in Bereichen wie der Onkologie und der Kardiologie den Medizintourismus von Patienten aus den Staaten des Golfkooperationsrates hinaus in dritte Länder beflügelten. Das soll sich künftig ändern.

Die Arab Health setzt neben dem Marktplatz für die Unternehmen auf den Austausch der Branche. So runden 14 Konferenzen unter Beteiligung internationaler Experten die Fachmesse ab. Themenfelder sind unter anderem die Notfallmedizin oder auch der 3D-Druck in der Medizin.

Auch die Sportmedizin soll in Dubai auf dem Kongress nicht zu kurz kommen. So referiert der sportmedizinische Direktor des FC Barcelona Dr. Daniel Medina über "Gewinnende Gesundheitsstrategien". Er wird aus dem Nähkästchen plaudern, wie er Big Data der Spieler genutzt hat, um ein Siegerteam zu formen. Die Präsentation soll sich unter anderem um die Epidemiologie der Verletzungen über alle Sportbereiche des FC Barcelona drehen.

Eigene Plattform für Labormedizin

Da auch die Labormedizin in der Region einen massiven Nachfrageschub verzeichnet, wird diese Sektion ab diesem Jahr in eine eigene Fachmesse überführt. Die Medlab finde dann als weltweit größte Labormesse vom 6. bis zum 9. Februar in Dubai statt. Für dieses Jahr seien mehr als 700 Aussteller angemeldet – 2016 waren es noch 589.

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