Ärzte Zeitung, 07.11.2016

Nordosten

Blick in den Koalitionsvertrag

MVZs sollen in der Versorgung von MecklenburgVorpommern künftig eine tragende Rolle spielen.

SCHWERIN. In der ambulanten Versorgung setzt der Nordosten künftig auf größere Ärzte-Zentren an den Klinikstandorten. Darauf deutet zumindest die Koalitionsvereinbarung der neuen SPD-CDU-Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hin. Diese stellt ein Konzept zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung in Aussicht, in das "die guten Erfahrungen mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), den Gesundheitszentren, Ärztehäusern und Polikliniken" einbezogen werden sollen. Die Klinikstandorte im Land sollen "eine zentrale Rolle" spielen, heißt es in der Koalitionsvereinbarung. Was das für die niedergelassenen Ärzte konkret bedeutet, bleibt offen. Ihnen wird in der Vereinbarung bescheinigt, "überall im Land hervorragende Arbeit" zu leisten. "Die Haus- und Fachärzte bilden das Rückgrat der ärztlichen Versorgung", heißt es. Wie das künftige Konzept aussehen wird, will die Landesregierung "mit allen Beteiligten unter Hinzuziehung externen Sachverstandes" klären.

Bestandteil des Konzeptes wird voraussichtlich eine stärkere Nutzung der Telemedizin sein. In der Vereinbarung werden die Akteure der Gesundheitsversorgung angemahnt, "die elektronischen Kommunikations- und Informationstechnologien weiter zu verbessern". Insbesondere im Rettungsdienst soll auch die grenzüber-schreitende Zusammenarbeit mit Polen forciert werden.

Begründet werden die Pläne mit den Folgen des demografischen Wandels. "Die Koalition wird alle Möglichkeiten des Landes nutzen, um mit neuen Ansätzen Lösungen zu finden", heißt es. Als "unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitswesens" wird deröffentliche Gesundheitsdienst bezeichnet, die Koalitionspartner sind sich einig, dass dieser Bereich gestärkt werden muss. Vom Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin erwarten sie, dass Qualität und Ansehen der Hausärzte gestärkt werden. Gemeinsam mit KV, Ärztekammer, Kassen und Kliniken sollen Stipendienprogramme auf den Weg gebracht werden.

Keine klare Aussage treffen die Koalitionspartner zur Pflegekammer. Nur so viel: Ob es eine Kammer für die Pflegeberufe in Mecklenburg-Vorpommern geben wird, will man "unter Einbeziehung aller Akteure prüfen".

Das Gesundheitsressort wurde im Zuge eines neuen Kabinettszuschnitts dem Wirtschaftsministerium zugeschlagen. Minister Harry Glawe (CDU) war zuvor auch schon für die Gesundheitswirtschaft verantwortlich. (di)

Topics
Schlagworte
MVZ (346)
Personen
Harry Glawe (44)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »