Ärzte Zeitung, 07.11.2008

Niedersachsens Ärzte und Therapeuten streben auf die Katheder

Medizinier stellen sich als Referenten für Fortbildungen zur Verfügung

HANNOVER (cben). Niedersachsens Ärzte streben in die Fortbildung, allerdings nicht als Lernende, sondern als Lehrer. Fast 170 Kollegen haben sich nach Auskunft der KV Niedersachsen (KVN) in nur zwei Wochen in einen Referentenpool mit speziellen Vortragsthemen für Kollegen oder Laien eingetragen.

Erst vor kurzem hat die Kassenärztliche Vereinigung in ihrem Mitgliederbereich im Internet für Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten den Referentenpool eingerichtet. Dort können sich seit Anfang Oktober interessierte Mitglieder in einer Datenbank als Referenten für Fachfortbildungen von Kollegen und für Vorträge vor Selbsthilfegruppen oder anderen Patientengruppen eintragen.

In nur zwei Wochen haben niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten 90 Themen für Fachvorträge und 75 Themen für Vorträge vor Laienpublikum angemeldet. Von Hautkrebs-Screening über Kindernotfälle bis zur Testosterontherapie reicht das Spektrum der angegebenen Themen, teilte die KV Niersachsen mit. "Das ist eine für uns unerwartet hohe Zahl", sagte Sprecher Detlef Haffke zur "Ärzte Zeitung".

Der Referentenpool werde vor allem den einzelnen Bezirksstellen helfen, so Haffke. Dort liefen immer wieder Anfragen von Selbsthilfegruppen ein, die dringend Fachreferenten für bestimmte chronische Krankheiten suchen.

"Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KVN haben Zugriff auf den Referentenpool und können bei entsprechenden Anfragen die Referenten schnell und unkompliziert vermitteln," erläutert Haffke.

Mit dem Pool soll die Qualitätssicherung in der ambulanten Versorgung vorangetrieben werden. "Niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten leisten fachlich hochwertige Arbeit und geben ihr Fachwissen regelmäßig in Fortbildungen und Schulungen weiter", so Haffke.

[07.11.2008, 13:25:46]
Sabine Cavic 
Warum wird diese Liste nur für Ärzte und Psychotherapeuten geführt?
Viele Themen, die gerade von Selbsthilfegruppen angefragt werden berühren sehr direkt auch die Arbeit von anderen Therapeuten. Meines Erachtens wäre es sehr sinnvoll Ergotherapeuten, Pysiotherapeuten, Logopäden und ähnliche Fachleute in solch eine Liste zu integrieren - ihre Arbeit steht in direktem Bezug zu den betroffenen Patienten und integriert oftmals wissenschaftliche Erkenntnisse in deren Alltag.
Sabine Cavic, Ergotherapeutin zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »