Direkt zum Inhaltsbereich

Mitten in der Grippewelle ist Hygiene Trumpf

Die Zahl der Patienten, die mit Verdacht auf Schweinegrippe in die Praxis kommen, wächst immer weiter. Höchste Zeit also für Praxischefs, sich nochmals mit den Empfehlungen zur Praxishygiene zu beschäftigen.

FRANKFURT AM MAIN (pei/ger). Die zweite Welle der neuen Influenza rollt. Die Empfehlungen von Bundesärztekammer, KBV und Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zum Pandemie-Infektionsschutz für Praxispersonal und Patienten gelten nach wie vor. Die Empfehlungen zum Pandemie-Praxismanagement enthalten detaillierte Beschreibungen vom Organisationsplan bis zur Flächendesinfektion und können über die Websites der Kammern und KVen als PDF abgerufen werden (wir berichteten).

Nach Einschätzung der Berufsgenossenschaft kann man angesichts der derzeit überwiegend milden Krankheitsverläufe unterschiedlicher Meinung sein, ob Maßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und gesonderte Wartebereiche für Patienten mit H1N1-Verdacht notwendig sind. Sie rät aber den Praxischefs, die Anregungen zum Hygienemanagement bereits jetzt umzusetzen. "Wer den Praxisalltag konsequent auf die momentane Pandemiephase 6 ausrichtet, sammelt wichtige Erfahrungen für schwerere Pandemieverläufe."

Laut Robert-Koch-Institut ist gute Standardhygiene die zuverlässigste Basis infektionspräventiver Maßnahmen. Dazu gehört in erster Linie die Händehygiene. Zum Schutz gegen Influenza und andere Infekte des Respirationstrakts zählt das Institut die wichtigsten Maßnahmen auf:

  • Patienten mit Grippe-Anzeichen sollten sich möglichst telefonisch anmelden. Andernfalls sollten sie durch einen Aushang am Praxiseingang aufgefordert werden, zu anderen Patienten Abstand zu halten.
  • Beim Konsultationsgespräch wird eine Distanz von mindestens einem Meter empfohlen.
  • Bei der körperlichen Untersuchung sollte ein Atemschutz verwendet werden, erst recht beim Rachen- oder Nasenabstrich.
  • Hilfreich ist ein separater Wartebereich für symptomatische Patienten. Durch gute Bestellpraxis lässt sich die Patientendichte gegebenenfalls reduzieren. Die Distanz zu grippe-verdächtigen Patienten sollte mindestens einen Meter betragen. Um die Hustenetiquette zu fördern, sollten Papiertücher mit Entsorgungsmöglichkeit und Möglichkeiten zur Händehygiene angeboten werden.

Dr. Ingo Pflugmacher, Fachanwalt für Medizinrecht in Bonn, rät Ärzten, sich die Empfehlungen noch einmal anzusehen und sie umzusetzen. Praxischefs sollten ihre Pflichten zur Pandemie-Hygiene ernst nehmen, um sich haftungsrechtlich abzusichern. Werde gegen Hygienestandards verstoßen, könne Beweislastumkehr eintreten. Dann muss der Patient nicht mehr den Beweis führen, dass er sich in der Praxis angesteckt hat. Pflugmacher weist darauf hin, dass die Empfehlungen von den Praxischefs keine unmöglichen Dinge verlangen - wo kein separater Eingang oder separater Wartebereich für H1N1-Patienten geschaffen werden könne, gehe es auch ohne. Als Arbeitgeber sollten Ärzte ihren Mitarbeitern die Impfung dringend anraten.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik