Ärzte Zeitung, 07.10.2010

DRK Kliniken reagieren auf Betrugsvorwürfe

Der Klinik-Aufsichtsrat denkt über Rückgabe von KV-Zulassungen nach.

DRK Kliniken reagieren auf Betrugsvorwürfe

Vor einer Woche durchsuchte die Polizei Objekte der DRK Kliniken Berlin wegen Betrugsversuchs.

© dpa

BERLIN (reh). Der Aufsichtsrat der DRK Kliniken Berlin hat jetzt umfangreiche Maßnahmen zur Reorganisation aller seiner Einrichtungen beschlossen. Damit reagiert das Gremium auf die Vorwürfe des Abrechnungsbetrugs in zweistelliger Millionenhöhe (wir berichteten).

Wohl einer der wichtigsten Beschlüsse ist, dass die Geschäftsführung bevollmächtigt wird, mit der KV Berlin unverzüglich Gespräche über die Rückgabe von KV-Zulassungen aufzunehmen. Das heißt nichts anderes, als dass sich die Kliniken zum Teil wieder aus der ambulanten Patientenversorgung zurückziehen.

Außerdem soll die Geschäftsführung mit der KV Gespräche über eine Abschlagszahlung auf eine mögliche Schadenssumme aufnehmen. Und diese Abschlagssumme soll auch geleistet werden. Währenddessen soll die seit Bekanntwerden der Vorwürfe ausgesetzte Abrechnung aller MVZ-Leistungen gegenüber der KV Berlin "bis auf weiteres verlängert werden", heißt es in einer Mitteilung des DRK-Aufsichtsrats.

Alle relevanten Verträge - wie Arbeits- und Kooperationsverträge - versprach das Gremium in den nächsten Wochen und Monaten prüfen zu lassen .

Aber auch präventive Maßnahmen sind geplant: So soll ein externer Ombudsmann - der Berliner Rechtsanwalt Professor Wolfgang Kuhla - künftig Vertrauensperson für die Belegschaft sein und Gesetzesverstöße frühzeitig ermitteln.

Die Aufsichtsratsvorsitzende der DRK Kliniken Berlin, Frau Oberin Heidi Schäfer-Frischmann, erklärte zudem, dass sie den Aufsichtratsvorsitz und das damit verbundene Aufsichtsratsmandat bei den DRK Kliniken Berlin bis zur Einstellung der gegen sie laufenden Ermittlungen ruhen lasse.

Lesen Sie dazu auch:
Staatsanwalt: Betrug an DRK-Kliniken war gut geplant

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Suizidgefahr – Warnhinweis für die Pille

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmethoden sind in Deutschland weit verbreitet. Auf mögliche Folgen für die Psyche sollen Anwenderinnen künftig verstärkt hingewiesen werden. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »