Ärzte Zeitung, 09.05.2011

Jobportal soll Ärztemangel in NRW lösen

Weil den Kliniken in NRW 1500 Ärzte fehlen, werben sie jetzt um Kandidaten aus Österreich - über ein neues Jobportal.

DÜSSELDORF (iss). Mit einem neuen Internetportal werben die nordrhein-westfälischen Krankenhäuser um junge Ärzte aus Österreich. Die Plattform www.docjobs-nrw.de wird Ende Mai auf drei Jobmessen in Österreich, in Innsbruck, Graz und Wien, vorgestellt und soll künftig auch für Ärzte aus anderen Ländern erweitert werden.

Auf der Internetseite können interessierte Ärzte sehen, welche Krankenhäuser in NRW freie Weiterbildungsstellen in welchen Fachgebieten haben, und weiterführende Informationen finden.

Das Portal ist eine gemeinsame Initiative der nordrhein-westfälischen Gesundheits- und Wissenschaftsministerien, der beiden Ärztekammern, der Landeskrankenhausgesellschaft (KGNW) und des Strategiezentrums Gesundheit.

"Das ist ein hervorragendes Projekt, weil beide Seiten profitieren", sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) bei der Freischaltung des Portals.

Es helfe sowohl den Kliniken, die händeringend nach Personal suchen, als auch dem österreichischen Ärztenachwuchs, der im eigenen Land lange auf eine Weiterbildungsstelle warten müsse. In NRW fehlen rund 1500 Klinikärzte.

"Das Portal ebnet österreichischen Ärzten, die willens sind, den Weg", sagte der Präsident der ÄK Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst.

Das Portal sei eine Maßnahme aus einem ganzen Strauß, um den Ärztemangel in NRW zu beheben, sagte KGNW Präsident Dr. Hans Rossels. "Kaum eine Region in Europa hat ein so dichtes Netz an leistungsstarken Krankenhäusern aller Versorgungsstufen und -bereiche."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »