Ärzte Zeitung, 17.04.2012

Arzt und Apotheker: Patienten wollen beide

Die Verlängerung von Rezepten ist nur ein Beispiel dafür, was sich Patienten wünschen. Einer Studie zufolge erwarten sie vor allem eine bessere Kooperation zwischen Praxis und Offizin. Und: Die Apotheken gewinnen insgesamt an Bedeutung.

Patienten wünschen Betreuung durch Arzt und Apotheker

Zusammen: Ärztin und Apothekerin.

© [M] Klaro / sth

DÜSSELDORF (acg). Gute Erreichbarkeit sowie Gesundheitsberatung und Service - das sind die wichtigsten Wünsche, die die Deutschen an Apotheken haben.

Darüber Auskunft gibt die Studie "Zukunft der Apotheke" des Instituts für Handelsforschung Köln im Auftrag der nordrhein-westfälischen Apothekerkammern und -verbände.

Die Wissenschaftler haben 1006 Personen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren danach gefragt, welche Bedürfnisse eine moderne Apotheke befriedigen sollte.

Das Ergebnis: 70 Prozent glauben, dass in Zeiten, in denen die ärztlichen Gesundheitsleistungen immer weiter gekürzt werden, der Apotheker als Ansprechpartner in Gesundheitsfragen eine immer größere Rolle spielen wird.

Um die Qualität der Beratung gewährleisten zu können, wünschen sich dazu zwei Drittel der Befragten, dass Kassen- und Beratungsbereiche in der Apotheke besser voneinander getrennt werden sollen.

Zudem sollen niedergelassene Ärzte und Apotheker bei der Betreuung von Patienten noch enger als bisher in den meisten Fällen zusammenarbeiten, fordern 80 Prozent der Befragten.

Mehr Beratung in der Apotheke gefragt

76 Prozent können sich vorstellen, dass Apotheken sich in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt um die Rezeptverlängerung kümmern.

"Wichtig ist, dass die Apotheke mit ihrem Angebot Kunden einen Mehrwert verschafft", wie Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Düsseldorf hervorhob.

In der Praxis könnten das beispielsweise Gesundheits-Checks sein. Aber auch die Möglichkeit, über das Internet Medikamente vorab bei der Apotheke zu bestellen, zählte Preis dazu.

45 Prozent der Umfrageteilnehmer würden sich über ein entsprechendes Angebot freuen. 42 Prozent beurteilen es zudem positiv, wenn die Apotheke Liefer- und Botendienste anbietet, 35 Prozent würden das Angebot einer persönlichen Kundenakte begrüßen.

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) wies auf die Bedeutung der wohnortnahen Versorgung durch Apotheken hin. "In Zukunft wird es bedingt durch den demografischen Wandel mehr Menschen geben, die Beratung in der Apotheke benötigen", sagte sie.

"Wir müssen uns verstärkt dafür einsetzen, dass Patienten auch in Zukunft ohne lange Anfahrtswege Zugang zu einer Apotheke haben."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Schlagkräftiges Doppel

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »