Ärzte Zeitung, 07.03.2013

Kommentar

Barrierefrei um jeden Preis?

Von Matthias Wallenfels

Rund 9,6 Millionen Bundesbürger - und damit potenzielle Patienten - leben mit Behinderung, etwa 7,3 Millionen sind schwerbehindert.

Diese Zahlen führt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihrer aktuellen Broschüre zur Barrierefreiheit in Praxen ins Feld, um auch Hausärzte dazu zu ermuntern, ihre Praxis räumlich wie kommunikativ auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe auszurichten.

Im Prinzip ist das ein hehres Ansinnen. In der Realität werden Praxischefs aber nicht selten vor schwierigen Herausforderungen stehen, wenn sie ihre Praxis umgestalten wollen. Denn mit kleinen Kniffen und Tricks ist es nicht immer getan.

Ist die Barrierefreiheit nur mit massiven Investitionen in Umbaumaßnahmen zu erreichen, stellt sich die Frage, wie zum Beispiel der Einbau eines behindertengerechten Fahrstuhls finanziert werden soll.

Von einer Amortisation kann in Wirklichkeit ja gar keine Rede sein. Denn so viel ist klar: Die Vergütung - egal ob vom Kassen- oder vom Privatpatienten - bleibt unabhängig von der Barrierefreiheit der Praxis gleich.

Hier könnten aber öffentliche Zuschüsse Anreize setzen für behindertenfreundlichere Praxen.

Lesen Sie dazu auch:
Mit dem Rollstuhl in die Praxis: Barrierefreiheit - Traum oder Wirklichkeit?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »