Ärzte Zeitung, 21.09.2009

Hochschulverband will schnellere Aufklärung

BERLIN (dpa). Der Deutsche Hochschulverband hat den Kultusministern eine schleppende Informationspolitik bei der Aufklärung des Handels mit Doktor-Titeln vorgeworfen. Die Korruptionsvorwürfe gegen die beteiligen Hochschuldozenten müssten schneller aufgeklärt werden, forderte der Präsident der Berufsorganisation der Universitätsprofessoren, Bernhard Kempen, in einem Brief an die Wissenschaftsminister der Länder.

Dem berechtigten Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit sei bislang nur die nordrhein-westfälische Landesregierung umfassend nachgekommen. Nur sie habe die acht betroffenen Hochschulen des Landes und die Zahl der beschuldigten Dozenten - insgesamt 16 - genannt, schreibt Kempen. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt seit Wochen bundesweit gegen rund 100 Hochschullehrer - fast ausschließlich habilitierte Privatdozenten. Sie sollen gegen Geld Doktoranden angenommen haben, die sonst kaum Chancen auf eine Promotion gehabt hätten. Die Rede ist von 4000 Euro pro Kandidat.

Die Doktoranden - darunter auch viele Mediziner - waren durch das mittlerweile geschlossene Institut für Wissenschaftsberatung in Bergisch Gladbach vermittelt worden, das schon in den 80er Jahren für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »