Ärzte Zeitung, 02.03.2011

Kommentar

Künftig mit Sicherheitspuffer

Von Anja Krüger

Endlich! Versicherer dürfen allein aufgrund des Geschlechts keine unterschiedlichen Preise mehr von Frauen und Männern verlangen. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Dort, wo Kundinnen aufgrund geschlechtsspezifischer Tarife gegenüber Kunden zurzeit noch Vorteile haben, geht es für Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen nicht um viel Geld. Unfall- und Risikolebensversicherungen sind nicht teuer.

Wo Frauen Nachteile haben, geht es ums Ganze: Krankenversicherung und Altersvorsorge. Frauen müssen hier viel mehr Geld für die gleiche Leistung aufbringen als Männer. Und das, obwohl sie im Schnitt meist weniger verdienen. Das Argument der längeren Lebenserwartung zieht nicht. Reiche leben auch länger als Arme, und niemand käme auf die Idee, deshalb höhere Beiträge zu verlangen.

Das Ende der Diskriminierung zahlen letztlich die Kundinnen und Kunden, nicht die Unternehmen. Weil die Versicherer keine Daten für die Kalkulation der neuen Tarife haben, wollen sie einen Sicherheitsaufschlag erheben. Und dieser Puffer wird sicher eher größer als kleiner ausfallen. Um die Versicherer muss man sich also trotz aller Klagen keine Sorgen machen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Machen Unisex-Tarife Versicherungen für Männer und Frauen teurer?

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