Ärzte Zeitung online, 26.03.2014

Betrugsvorwurf

Charité durchsucht

BERLIN. Die Staatsanwaltschaft hat Büroräume an der Uniklinik Charité durchsucht. Grund dafür sind aber nicht die knapp 35 Millionen Euro Drittmittel, die anders verbucht werden müssen, sondern ein Oberarzt, der unter dem Verdacht der Bestechlichkeit steht.

Der Onkologe soll jahrelang Patienten zur Zytostatikaversorgung an eine bestimmte Apotheke vermittelt und dafür im Gegenzug Geschenke erhalten haben. Es geht um Elektrogeräte und Büroausstattung im Wert von 28.000 Euro.

Außer dem Büro des Arztes auf dem Charité-Gelände hat die Staatsanwaltschaft auch seine Villa in Berlin-Nikolassee, sein Steuerbüro und die verdächtige Apotheke durchsucht. "Es geht um den Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner der "Ärzte Zeitung".

Geschäftsunterlagen, Schriftverkehr und Spendenbescheinigungen seien sichergestellt worden. Das Beweismaterial wird jetzt ausgewertet, um zu klären ob ein hinreichender Tatverdacht gegen den Arzt und die Apothekerin vorliegt.

Die Charité bestätigte, dass es die Durchsuchung gab. "Wir unterstützen die Staatsanwaltschaft und kooperieren vollumfänglich", erklärte Charité-Sprecher Uwe Dolderer. Weitere Angaben wollte er unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »