Ärzte Zeitung, 18.12.2015

Mistelextrakt

BSG bekräftigt OTC-Liste

KASSEL. Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel bleiben zu weiten Teilen von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden.

Danach unterliegen auch die "besonderen Therapierichtungen" und auch bei schweren Krankheiten dem gesetzlichen Ausschluss nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel, soweit die OTC-Liste keine Ausnahme vorsieht. Konkret lehnte das BSG die Kostenerstattung für die kurative Behandlung einer Krebspatientin mit einem anthroposophischen Mistelpräparat ab.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat zwar Wirkstoffextrakte der Mistel in die OTC-Liste rezeptfreier Medikamente aufgenommen, die die Kassen bezahlen - allerdings nur für die palliative Therapie, weil diese Mittel auch nur für die palliative Therapie zugelassen sind.

Anthroposophische Mistelextrakte enthalten alle Stoffe der Pflanze und sind auch für die begleitende Heilbehandlung zugelassen.

Die für die Schulmedizin geschaffenen Regelungen schlagen auch auf die anthroposophische Misteltherapie durch, urteilte nun das BSG.

Das Präparat sei nicht verschreibungspflichtig und die vom GBA beschlossene Ausnahme gelte nicht für die hier geleistete adjuvante und kurative Therapie. (mwo)

Az.: B 1 KR 30/15 R

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »