Ärzte Zeitung online, 01.06.2018

Deutschland

Bis zu 14.000 Patienten erhalten Cannabis auf Rezept

Seit 14 Monaten dürfen Ärzte Cannabis zu therapeutischen Zwecken verordnen – und sie versorgen derzeit zwischen 12.000 und 14.000 Patienten damit. Die Verordnungen variieren je nach Bundesland.

Bis zu 14.000 Patienten erhalten Cannabis auf Rezept

Seit März 2017 ist es auf Antrag möglich, dass Patienten aus medizinischen Gründen Cannabis verordnet bekommen.

© Africa Studio / stock.adobe.com

BREMEN. Bundesweit werden derzeit zwischen 12.000 und 14.000 Patienten aus medizinischen Gründen mit Cannabis versorgt.

Das geht aus einer Antwort des Bremer Senats auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor, für die die größeren Landesverbände der gesetzlichen Krankenkassen befragt wurden.

Die bundesweite Patientenzahl ergebe sich aus Abrechnungsdaten der Kostenträger und beziehe sich auf den Zeitraum ab 2017, hieß in der Antwort. Im März 2017 trat das Cannabis-Gesetz in Kraft.

Die Zahl der Patienten entspreche der Zahl der positiv beschiedenen Anträge der gesetzlichen Krankenkassen. Die Ablehnungsquote liege bei 30 bis 35 Prozent.

Abgelehnt wurden Anträge unter anderem deshalb, weil keine schwere Erkrankung vorlag, alternative Therapien noch nicht ausgeschöpft waren oder eine Kontraindikation festgestellt wurde. Dazu gehöre zum Beispiel eine Suchterkrankung wegen Alkohol, Drogen oder Medikamenten.

Wie aus dem Cannabis-Report der Techniker Krankenkasse hervorgeht, gibt es im Saarland die meisten Cannabis-Verordnungen je 100.000 Versicherten - nämlich 208,9. Es folgen Bayern (155,9), Baden-Württemberg (151,8) und Bremen (151,7). (dpa/ths)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »