Ärzte Zeitung, 29.09.2014

"Choosing wisely"

Initiative soll Überversorgung verhindern

NEU-ISENBURG. Die Initiative "Choosing wisely" (www.choosingwisely.org) in den USA propagiert die Kommunikation mit Patienten über eine evidenzbasierte Diagnose und Therapie.

Jede Fachgesellschaft legt Maßnahmen fest, bei denen trotz gegenteiliger Evidenz derzeit häufig Mittel eingesetzt werden, deren Wirkung nicht belegt ist und die auch schaden können.

Diese Maßnahmen sollen mit dem Patienten gemeinsam hinterfragt werden.

Die American Academy for Family Medicine hat als die fünf wichtigsten Punkte festgelegt:

  • Keine Bildgebung bei banalem Rückenschmerz in den ersten sechs Wochen, außer es gibt Anzeichen für neurologische Schäden, Osteomyelitis oder ähnliches.
  • Keine routinemäßige Verschreibung von Antibiotika für milde bis mittelschwere Sinusitis, wenn die Symptome nicht seit mindestens sieben Tagen bestehen oder sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtert haben.
  • Keine DEXA-Messung zur Erkennung einer Osteoporose bei Frauen unter 65 und Männern unter 70 Jahren, wenn keine Risikofaktoren vorliegen.
  • Keine jährliche EKG-Kontrolle oder ein anderes kardiales Screening, wenn Patienten keine Risikofaktoren und keine Symptome aufweisen.
  • Keinen Pap-Test auf Gebärmutterhalskrebs bei Frauen unter 21 Jahren oder nach Hysterektomie wegen einer anderen Erkrankung als Krebs. (fk)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »