Ärzte Zeitung online, 28.04.2017

KBV-Umfrage

Patienten wünschen sich einfache Infos

Einheitliche ÄBD-Nummer, verständliche Gesundheitsinformationen, Versorgung daheim: Eine aktuelle Umfrage unterstreicht einmal mehr Wünsche von Patienten.

Von Jana Kötter

BERLIN. In Sachen Ärztlicher Bereitschaftsdienst (ÄBD), aber auch Entlassmanagement wünschen sich Patienten leicht verständliche Regelungen. So finden es 92 Prozent der Befragten sehr wichtig (65 Prozent) oder wichtig (27 Prozent), dass man den ÄBD über eine einheitliche Telefonnummer erreichen kann. Das zeigt eine Umfrage, die die KBV bei der Forschungsgruppe Wahlen in Auftrag gegeben hatte. Befragt wurden dazu im März und April insgesamt 1027 zufällig ausgewählte erwachsene Deutsche.

Zwei Drittel von ihnen fänden es sinnvoll, wenn man unter der Nummer des ÄBD auch gleich eine erste medizinische Beratung erhalten könnte. Hier sind es vor allem Arbeiter (76 Prozent), Befragte in kleineren Gemeinden unter 5000 Einwohnern (71 Prozent) und Selbstständige (70 Prozent), die dies möchten.

Auch an der Schnittstelle vom stationären in den ambulanten Sektor wünschen sich viele der Befragten einfache Informationen. Auf die Frage, wie wichtig sie es fänden, dass das Entlassmanagement patientenfreundlicher gestaltet wird, antworteten 89 Prozent der Befragten, dass sie das sehr wichtig (50 Prozent) oder wichtig (39 Prozent) fänden. In der Gruppe der Arbeiter lag der Anteil der Antwortenden, die mit "sehr wichtig" antworteten, gar bei 58 Prozent, bei Befragten mit Hauptschulabschluss bei 56 Prozent.

Mit Mitteln aus dem Innovationsfonds wird ein Forschungsprojekt gefördert, das sich genau das zum Ziel setzt: Das Dresdner Sozialunternehmen "Was hab‘ ich?" will ab Juli die automatische Erstellung leicht verständlicher Patientenbriefe für das Entlassmanagement entwickeln. Ziel ist es, perspektivisch allen Patienten in deutschen Kliniken bei ihrer Entlassung aufbereitete Gesundheitsinformationen an die Hand zu geben. Bereits seit Herbst 2015 bietet das gemeinnützige Unternehmen an einer Pilotklinik den sogenannten Patientenbrief an (die "Ärzte Zeitung" berichtete); bislang wurden 1400 Briefe erstellt. Die Evaluation der automatisierten Weiterentwicklung übernimmt der Bereich Allgemeinmedizin der Technischen Universität Dresden.

In der Umfrage der KBV zeigt sich darüber hinaus, dass sich der Großteil der Befragten eine Therapie in den eigenen vier Wänden wünscht – sofern das medizinisch möglich ist. 61 Prozent der Befragten würden, wenn sie im Alter sehr schwer krank wären, am liebsten zu Hause behandelt werden. Nur 18 Prozent der Befragten möchten dann im Krankenhaus behandelt werden, acht Prozent bevorzugen die Praxis. Vor allem Frauen (68 Prozent) möchten am liebsten zu Hause behandelt werden. Bei älteren Menschen ab 70 Jahre sind es 32 Prozent, die dann am liebsten im Krankenhaus behandelt werden möchten.

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